Nach monatelanger Suche übernimmt der Finanzinvestor Lindsay Goldberg die Edelstahltochter VDM. -

Nach monatelanger Suche übernimmt der Finanzinvestor Lindsay Goldberg die Edelstahltochter VDM. - Bild: ThyssenKrupp

ThyssenKrupp hat nach monatelanger Suche einen Käufer für seine Edelstahltochter VDM gefunden: Der Finanzinvestor Lindsay Goldberg übernimmt das Unternehmen, wie ThyssenKrupp mitteilte.

Die beiden Parteien hätten am Freitag einen Kaufvertrag geschlossen. Dow Jones Newswires hatte bereits am Mittwoch über die Pläne berichtet.

Über den Kaufpreis wurde den Angaben zufolge Stillschweigen vereinbart. Eine mit der Sache vertraute Person hatte Dow Jones Newswires gesagt, dass die Summe rund 500 Millionen Euro betrage. ThyssenKrupp kündigte am Freitag an, durch die Transaktion einen positiven Effekt bei den Netto-Finanzschulden und Pensionsverpflichtungen in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags zu erzielen. Allerdings werde der Verkauf zu einer Buchwertberichtigung von 100 Millionen Euro führen.

Letzte Hürde für den Deal

Die Zustimmung der VDM-Belegschaft muss noch eingeholt werden. Die hat nun mit dem Käufer eine Einigung erzielt, wie die IG-Metall und der VDM-Gesamtbetriebsrat am Freitag mitteilten. Demnach habe Lindsay Goldberg unter anderem zugesichert, dass es bis Ende September 2016 keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird und alle Standorte erhalten bleiben.

ThyssenKrupp hatte seine Edelstahlsparte 2012 an den finnischen Metallkonzern Outokumpu veräußert. Rund ein Jahr später hatte ThyssenKrupp aber VDM und das italienische Edelstahlwerk AST für 953 Millionen Euro zurückgekauft, nachdem Outokumpu in finanzielle Schwierigkeiten geraten war.

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte nach dem Rückkauf angekündigt, VDM und AST wieder veräußern zu wollen. Bei den beiden Unternehmen fiel im vergangenen Jahr zusammen ein Vorsteuerverlust von 55 Millionen Euro an.

Die Aufsichtsräte und die Wettbewerbsbehörden müssen dem Verkauf von VDM noch zustimmen.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht