Heinrich Hiesinger

Heinrich Hiesinger: "Der Start in das laufende Geschäftsjahr war geprägt von einem erheblich verschlechterten Werkstoffumfeld." - Bild: Thyssenkrupp

"Der Start in das laufende Geschäftsjahr war geprägt von einem erheblich verschlechterten Werkstoffumfeld", sagte Hiesinger laut Redemanuskript am Freitag in Bochum. "In der Tendenz kann man sagen, dass unsere vorsichtige Einschätzung realistisch war", sagte der Konzernchef mit Blick auf das im Dezember beendete erste Quartal.

Der Stahl- und Technologiekonzern hatte im November einen zurückhaltenden Ausblick für das neue Geschäftsjahr gegeben. Hiesinger bestätigte am Freitag zwar die Prognose. "Die Erreichung unserer Ziele setzt allerdings eine deutliche Erholung der Werkstoffmärkte in der zweiten Geschäftsjahreshälfte voraus", sagte der Thyssenkrupp-Chef. Der Konzern will ein operatives Ergebnis von 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro erreichen, nach 1,68 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Jahresüberschuss soll "deutlich" steigen.

Hiesinger verwies auf die Fortschritte, die sein Unternehmen in den vergangenen Jahren erzielt habe. Beim Schuldenabbau, Mittelzufluss und Ergebnis habe der Konzern deutliche Verbesserungen erreicht. "Der Trend stimmt", sagte Hiesinger. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Thyssenkrupp sowohl operativ als auch unter dem Strich deutlich mehr verdient und erstmals seit neun Jahren wieder mehr Geld eingenommen als ausgegeben.

An der positiven Entwicklung sollen auch die Anleger teilhaben: Hiesinger schlug den Aktionären eine Erhöhung der Dividende um 4 Cent auf 15 Cent je Aktie vor. Die Ausschüttung sei aber nur ein Schritt in die richtige Richtung, sagte Hiesinger. "Diese Dividende kann Sie als Aktionäre und auch uns mittelfristig nicht zufrieden stellen."

Thyssenkrupp müsse kontinuierlich daran arbeiten, sein Ergebnis zu verbessern und die Bilanz zu stärken, sagte der Konzernchef. "Von unserem Mindestanspruch sind wir ... noch ein gutes Stück entfernt." Ein Ziel sei es, die Eigenkapitalquote von derzeit rund 9 Prozent auf "mittelfristig wieder akzeptable zweistellige Werte über 15 Prozent" zu steigern.

Der Thyssenkrupp-Chef beschwor am Freitag erneut die Vorteile des Konzernverbunds. "Diese Diversifizierung erhöht die Stabilität unseres Konzerns in einem volatilen Umfeld", sagte Hiesinger. Zudem ließen sich so Wachstumschancen besser nutzen. Beobachter spekulieren immer wieder über den Verkauf von Unternehmensteilen oder ganzen Sparten.