HAMBURG (Dow Jones/Spiegel/rm). Diese könnte von den Dimensionen größer werden als das Immobilienproblem in den USA vor zwei Jahren, sagte Schulz in einem Interview mit dem Magazin “Der Spiegel” nach einem Vorabbericht vom Wochenende. “Wenn wir nicht bereit sind, den Rohstoffspekulanten entschlossen entgegenzutreten, werden sie zu einer ernsthaften Bedrohung für die gesamte Stahlbranche und die Weltwirtschaft.”

“Der Handel mit Derivaten, wie er von Fonds und Banken betrieben wird, muss dringend reguliert werden”, sagte der Manager weiter. Neben dem Bundeskartellamt und der Europäischen Kommission hat der Stahlkonzern laut Spiegel inzwischen auch die Bundesregierung um Hilfe im Kampf gegen Rohstoffspekulanten und unfaire Preise gebeten. Die Regierung, so Schulz, habe zugesagt, das Thema auf dem nächsten G-20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Toronto anzusprechen.

Hintergrund für die Aussagen von Schulz sind die sprunghaft gestiegenen Preise für Eisenerz auf dem Weltmarkt. Während Thyssen-Krupp vor einem Jahr noch rund 60 USD für die Tonne bezahlen musste, sind die Preise laut Schulz inzwischen auf mehr als das Doppelte gestiegen. Verantwortlich dafür ist ein von den wenigen Erzlieferanten vorgeschriebener Preisfindungsmechanismus, der sich neuerdings an dem sehr volatilen Spotmarkt für Eisnerz orientiert.

ThyssenKrupp hat dem Magazinbericht zufolge Hinweise darauf, dass große Investmentbanken, den Einstieg in den Eisenerzmarkt vorbereiten. “Sie sind derzeit in unseren Märkten unterwegs, heuern Rohstoffspezialisten an, kaufen Handelshäuser und mieten Lagerflächen in großen Häfen, um Erze zu Spekulationszwecken zwischenzulagern”, sagte Schulz weiter. Bei den geplanten Geschäften gehe es um “reine Wetten auf bestimmte Preisentwicklungen, um Gewinne aus Käufen und Verkäufen ohne realwirtschaftlichen Hintergrund”. Das schade der gesamten Weltwirtschaft.