Die Companhia Siderurgica do Atlantico (CSA) habe noch immer keine endgültige Betriebsgenehmigung

Die Companhia Siderurgica do Atlantico (CSA) habe noch immer keine endgültige Betriebsgenehmigung erhalten, sagte Luiz Claudio Castro, einer der Geschäftsführer, anlässlich einer Werksbesichtigung von Journalisten. Im Bild: Die Thyssen Krupp-Zentrale. (Bild: Thyssen Krupp).

RIO DE JANEIRO (DJ/gk). Der Stahlkonzern Thyssen Krupp hat weiterhin Probleme mit seinem Stahlwerk in Brasilien. Die Companhia Siderurgica do Atlantico (CSA) habe noch immer keine endgültige Betriebsgenehmigung erhalten, sagte Luiz Claudio Castro, einer der Geschäftsführer, am Mittwoch anlässlich einer Werksbesichtigung von Journalisten. Die Ergebnisse der jüngsten Betriebsprüfung seien von den Umweltbehörden des Bundesstaates Rio de Janeiro im Juni nicht abgenommen worden. Castro begründete dies mit “politischen Problemen und anderen wirtschaftlichen Interessen”.

Derzeit arbeitet das Werk, an dem neben Thyssen Krupp auch der Bergbaukonzern Vale beteiligt ist, mit einer vorläufigen Lizenz mit 80% seiner Kapazität und produziert 3 Mio statt der möglichen 5 Mio Tonnen Stahlplatten pro Jahr. Die Lizenz läuft allerdings im September 2012 aus – bis dahin muss eine unabhängige Prüfung ausgeführt und von den Behörden abgenommen worden sein.

Im vergangenen Jahr war es in der Anlaufphase der im Juni 2010 in Betrieb genommenen Stahlhütte zweimal zu Luftverschmutzungen gekommen. Graphitstaub war in einem Radius von zwei bis drei Kilometern um das Werk niedergegangen. Die staatliche Umweltbehörde Inea belegte CSA mit einem Bußgeld und verhängte vorübergehend einen Baustopp für die Kokerei des Unternehmens.

Seitdem werde CSA von den Umweltbehörden genauestens überwacht und die Emissionen stellten keine rechtlichen oder gesundheitlichen Probleme mehr da, so Castro. Er sei deshalb überzeugt, die Lizenz letztlich zu erhalten. Allerdings forderten einige Gruppen Entschädigungen. So streiten unter anderem die Fischer der Bucht von Sepetiba vor Gericht über die Folgen des Werkbaus auf ihren Lebensunterhalt und ein lokaler Interessenverbands kampiert in dieser Woche vor den Inea-Büros in Rio de Janeiro Stadt.

Die aktuell laufende Betriebsprüfung durch die nordamerikanische Gesellschaft Conestoga-Rovers and Associates soll im September abgeschlossen werden. Das Werk hofft, dann innerhalb eines Jahres – bis Ende September 2012 – zur vollen Auslastung zurückkehren zu können.