Von Martin Rapp, Dow Jones

ESSEN (ks)–Für das Anfang Oktober begonnene Geschäftsjahr geht das in Duisburg und Essen ansässige DAX-Unternehmen von weiter steigenden Umsätzen und noch stärker wachsenden Ergebnissen aus.

In der Berichtsperiode 2009/10 wurde ein Umsatzanstieg von 5% auf 42,62 Mrd Euro verzeichnet, wie die ThyssenKrupp AG am Dienstag mitteilte. Der Auftragseingang summierte sich auf 41,25 Mrd Euro, ein Plus von 15%. Zum Teil kräftige Zuwächse seien im Geschäft mit Flach- und Edelstahl sowie mit Komponenten für die Automobilindustrie und den Maschinenbau erzielt worden, hieß es.

Vor Steuern verdiente ThyssenKrupp 1,14 Mrd Euro. Im Vorjahr, als die Wirtschaftskrise für drastische Einbrüche gesorgt hatte, war ein Verlust von 2,36 Mrd Euro angefallen. Bereinigt um positive Einmalerträge aus Unternehmensteilverkäufen wies der Konzern einen Vorsteuergewinn von 1,03 Mrd Euro aus. Mit den Geschäftszahlen wurden die Schätzungen der von Dow Jones Newswires befragten Analysten leicht übertroffen.

Unter dem Strich ergab sich ein Konzernüberschuss von 927 Mio Euro nach einem Verlust von 1,87 Mrd Euro im Vorjahr. Je Aktie verdiente das Unternehmen 1,77 Euro. Davon sollen 0,45 Euro je Anteilsschein an die Eigentümer ausgeschüttet werden. Dies werde der Hauptversammlung im Januar vorgeschlagen, hieß es.

Nur zwei der acht Geschäftsfelder, in die sich der Konzern organisiert hat, haben 2009/10 Verlust gemacht. Zum einen wurde im Stahlgeschäft in Nord- und Südamerika ein Fehlbetrag von 320 Mio Euro vor Steuern erwirtschaftet, der durch die Anlaufkosten der neuen Werke in Brasilien und den USA entstanden ist. Zum anderen schreibt auch das Edelstahlgeschäft weiter rote Zahlen. Diese fielen mit einem Verlust von 121 Mio Euro aber weit kleiner aus als im Vorjahr.

Für das laufende Geschäftsjahr ist der Konzern “vorsichtig optimistisch” und rechnet mit einer Umsatzsteigerung um 10% bis 15%. Das Konzernergebnis soll dabei auch dank weiterer Sparanstrengungen überproportional zulegen. Der Fokus liege weiterhin auf der strukturellen Optimierung, was auch weitere Teilverkäufe einschließe.

Daneben konzentriere man sich auf den Hochlauf der Werke in Übersee und den Markteintritt in den USA. Dies wird den Angaben im Geschäftsbericht zufolge das Ergebnis mit einem mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belasten.

Operativ nimmt ThyssenKrupp ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2 Mrd Euro ins Visier. Die Umstellung der Prognose von Vorsteuergewinn auf EBIT begründete das Unternehmen mit der stärkeren operativen Aussagekraft. Dabei wird der Konzern auch das EBIT neu berechnen. Komponenten wie etwa aktivierte Bauzeitzinsen werden nicht mehr Bestandteil der Kennziffer sein. Statt der für 2009/10 ausgewiesenen Zahl von 1,68 Mrd Euro wurde als Vergleichsbasis für die Prognose ein angepasster Wert von 1,2 Mrd Euro angegeben.

Über den angestrebten Ausgleich von Barmittelzu- und -abflüssen (Free Cashflow) soll dann auch die Senkung der Verschuldung erreicht werden. Die Nettofinanzschulden summierten sich Ende September auf 3,78 Mrd Euro, was deutlich mehr war als die 2,06 Mrd Euro ein Jahr zuvor.