FRIEDRICHSHAFEN/AIKEN (ks)–In Aiken werden seit kurzem Motoren der Baureihen 2000 und 4000 der Tognum-Marke MTU vor allem für den US-amerikanischen Markt montiert. Das Werk wird am heutigen 1. Dezember feierlich eröffnet. Die Montagelinien sind der erste Schritt, um das Werk Aiken zu einer breiten Produktionsbasis in den USA zu entwickeln, so das Unternehmen. Ab dem Frühjahr 2011 geht als nächster Schritt eine Fertigungsabteilung für Komponenten in Betrieb. Ein weiterer Ausbau des Werks sei möglich, teilte Tognum mit.

Das Werk sei für die Tognum-Gruppe die Basis, um weitere Marktanteile in den USA und im US-Dollar-Raum zu gewinnen. „Unser Erfolg in den USA zeigt, dass es hier einen großen Markt für unsere Produkte gibt“, sagt Volker Heuer, Vorstandsvorsitzender der Tognum AG. Denn wegen schärferer Emissionsvorschriften und steigender Energiepreise seien Antriebs- und Energiesysteme der Marken MTU und MTU Onsite Energy mit ihren führenden Technologien vor allem bei Kunden gefragt, die großen Wert auf hohe Zuverlässigkeit und geringe Lebenszykluskosten legen. Heuer: „Wir haben die günstigen Immobilienpreise während der Wirtschaftskrise genutzt, um uns für weiteres Wachstum in den USA vorzubereiten.“

„Die Motorenmontage hier ist ein guter Anfang an diesem Standort“, sagt Dr. Ulrich Dohle, Tognum-Vorstandsmitglied für Technology & Operations. Seit Oktober montieren hier etwa 80 Mitarbeiter Motoren für Industrieanwendungen und Stromerzeugung. Noch kommen fast alle Teile aus Deutschland. „Doch wenn wir ab dem Frühjahr auch Zylinderköpfe und Großteile in Aiken mechanisch bearbeiten, können wir für unsere Kunden in den USA nicht nur flexibler agieren und schneller liefern, sondern wir erhöhen auch die in den USA erbrachte Wertschöpfung. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für öffentliche Aufträge der USA“, so Dohle weiter. Das Gelände in Aiken biete Tognum die Flexibilität, um auf entsprechende Kundenwünsche einzugehen. Derzeit werden acht rechnergesteuerte Werkzeugmaschinen installiert, auf denen künftig die Komponenten einbaufertig bearbeitet werden.

Seit dem Beginn der Serienmontage im Oktober haben bereits über drei Dutzend Motoren die Prüfstände verlassen. Für die Montage wurden in der Region etwa 50 neue Mitarbeiter eingestellt. Etwa 30 Mitarbeiter der produktionsnahen Bereiche zogen vom bisherigen Montagestandort Detroit nach South Carolina. Bis zum Sommer 2011 werden etwa 50 weitere Arbeitsplätze für die Fertigung der Motorenteile geschaffen. In vier Jahren sollen hier bis zu 250 Menschen arbeiten. 3 Weil die Hochtechnologie-Motoren auch in der Herstellung anspruchsvoll sind, hat Tognum zusammen mit dem Aiken Technical College (ATC) ein spezielles Ausbildungsprogramm aufgesetzt. „Es gibt in der Region Fachleute mit guten Kenntnissen in der Metallbearbeitung oder in der Motorentechnik. Wir qualifizieren sie weiter auf die speziellen Anforderungen unserer Motorenproduktion, sowie unserer Fertigungsanlagen“, sagt Jörg Klisch, Werksleiter in Aiken. Montagefachleute mit guten Kenntnissen wurden in Friedrichshafen (Deutschland) zu Trainern für das Personal in den USA ausgebildet.

Die Tognum-Gruppe hatte im März 2010 das rund 40 Hektar große Werksgelände mit einer 25.000 Quadratmeter großen Fabrikhalle im Gewerbepark Sage Mills bei Graniteville im County Aiken übernommen. In sechs Monaten wurde es für die speziellen Bedürfnisse der Motorenproduktion umgebaut. Des weiteren hat Tognum ein 11.000 Quadratmeter (120.000 Squarefeet) großes Lager in der Nähe des Werks angemietet, aus dem die Produktion mit Teilen versorgt wird. Bis zum Beginn der Teilefertigung im Frühjahr 2011 wird die Tognum- Gruppe rund 45 Millionen US-Dollar in Aiken investiert haben. Der US-Bundesstaat South Carolina, das County Aiken sowie staatliche Behörden fördern den Ausbau des neuen Standorts mit Zuschüssen, Steuererleichterungen und der Überlassung eines zusätzlichen Geländes. Das Werk Aiken ist Teil des internationalen Produktionsnetzwerks mit mittlerweile zwölf Standorten.