Top 100 Automotive Suppliers - Durchgestartet  1

Bosch steht wieder an der Spitze. Aber auch viele andere Konzerne wuchsen – mindestens im dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich. Die Verlagerung des Geschäfts nach Asien macht sich deutlich bemerkbar. Weniger deutsche Unternehmen sind im aktuellen Ranking 2011/12 vertreten.

Bosch, Denso, Continental – die alte Reihenfolge unter den weltgrößten Automobillieferanten ist wieder hergestellt. Die Japaner, vergangenes Jahr kurz an die Spitze vorgedrungen, haben sich erneut hinter den Stuttgartern eingereiht.

Das jährliche Ranking der 100 umsatzstärksten Automobilzulieferer weltweit, erstellt vom Branchenmagazin AUTOMOBIL PRODUKTION, zeigt auch: Das Umsatzvolumen der Top-Autozulieferer 2010/11 bewegt sich auf neuem Rekordniveau. Alle 100 großen Lieferanten zusammen erreichten aktuell rund 719 Milliarden US-Dollar Umsatz – 136 Milliarden mehr als in ihren Vorjahresbilanzen und fünf Milliarden über ihrem bisherigen Spitzenwert aus den Jahren 2008/09. Im Durchschnitt gewannen die Top 100 also je rund 1,36 Milliarden Dollar hinzu.

Doch Verteilung und Abstände sind gewaltig: Branchenprimus Bosch setzte beispielsweise mit über 37 Milliarden Dollar doppelt so viel um wie der französische Zulieferkonzern Faurecia auf Platz zehn und 18,3 Milliarden und 19-mal mehr als der kanadische Antriebsspezialist Linamar auf Platz 100 mit über zwei Milliarden Dollar. Die Stuttgarter sind zugleich mit sieben Milliarden Dollar Plus gegenüber dem Vorjahr auch Top-Performer bei den absoluten Umsatzzuwächsen.

Top 100 2011/12 Bosch Denso

Das aktuelle Top-100-Ranking berücksichtigt Lieferanten mit weltweiten Automotive-Umsätzen von mehr als zwei bis über 37 Milliarden US-Dollar. Diese Eintrittsschwelle von zwei Milliarden ist gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich gestiegen, um über eine halbe Milliarde Dollar. Damit ist sie wieder auf vergleichbarem Niveau wie vor der Krise. Basis des Ranking sind alle Firmenumsätze mit Produkten, die in Fahrzeugen verbaut werden, – in der Erstausrüstung wie im Ersatzteil- und Zubehörgeschäft.

Hatten im vergangenen Ranking krisenbedingt überhaupt nur 13 Unternehmen absolute Umsatzgewinne verzeichnet, gibt es aktuell – nach Dollar-Umrechnung – nur einen einzigen Umsatzverlierer. Das US-Unternehmen ArvinMeritor, das seit Ende März 2011 nur noch Meritor heißt, hat nicht allein einen Teil seines Namens verloren, sondern sich inzwischen von seinem Light-Vehicle-Geschäft getrennt.

Viele japanische Lieferanten leiden aktuell unter dem starken Yen. Vielfach blieben ihre Umsatzgewinne im Geschäftsjahr 2010/11 deshalb unterdurchschnittlich. Hinzu kommt die Katastrophe vom 11. März 2011, mit Erdbeben, Tsunami und Reaktoren-GAU, deren Folgen sich aber voraussichtlich erst im laufenden Geschäftsjahr 2011/12 voll auf die Bilanzen niederschlagen werden.

Stark profitieren aktuell westliche wie japanische Zulieferer, die frühzeitig mit ihren Kunden in China waren und dort auch einheimische Kunden gewinnen konnten. Der Drift Richtung Asien zeigt sich auch beim regionalen Split aller Top-100-Protagonisten: Es kommen nun 34 statt 32 Firmen aus Fernost.

Aktuell sind nur noch 22 statt vormals 25 deutsche Unternehmen im Ranking vertreten. Von ihnen konnten sich neben Bosch auch ZF, Schaeffler, Mahle, Brose, Behr, Lanxess, Evonik sowie Webasto, Bayer und Eberspächer im Ranking verbessern. Insbesondere die Stockdorfer Webasto AG profitierte vom Zukauf des vormaligen Edscha-Cabrio-Bereichs; fast eine Milliarde Dollar Umsatz mehr gegenüber Vorjahr bedeuten einen Aufstieg um 16 Plätze auf Position 76. Für Bayer ging es um zehn Ränge nach oben, für Eberspächer um acht, bei Schaeffler immerhin noch um vier Positionen. Trotz teils deutlicher Umsatzgewinne ging es bei anderen deutschen Konzernen wie ThyssenKrupp, Hella, Getrag, Freudenberg, Rheinmetall (Kolbenschmidt-Pierburg), Mann+Hummel sowie Dräxlmaier um ein bis sieben Platzierungen runter. Conti, BASF, Leoni und Knorr-Bremse konnten ihre Vorjahresplatzierung halten.

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