Toshiba,Bilanz,Börse

Toshiba verschiebt seine Bilanz erneut. - Bild: Calm 123/Wikimedia/CC BY 3.0

Wegen weiterer Untersuchungen bei der Tochtergesellschaft, dem US-Atomanlagenbauer CB&I Stone & Webster, habe man um einen weiteren Aufschub gebeten, teilte der Konzern mit, der eigentlich am heutigen Dienstag die Ergebnisse hätte präsentieren müssen. Sollte die Börsenaufsicht zustimmen, hat Toshiba nochmal eine Gnadenfrist bis zum 11. April.

Nach der Nachricht steht nun die Börsennotierung von Toshiba auf der Kippe. Von Mittwoch an wird die Tokioter Börse ein Delisting der Aktien prüfen, wie die Tokyo Stock Exchange (TSE) mitteilte. Die Aktie werde vom Kurszettel verschwinden, wenn Toshiba nicht die notwendigen Verbesserungen ihres internen Managementsystems vornehme, hieß es in der Mitteilung der TSE.

Der Börsenbetreiber hatte schon im September 2015 Toshiba verwarnt und mit dem Status "Securities on Alert" versehen, weil das Unternehmen in Mitteilungen an die Börse falsche Angaben gemacht hatte. Mit der Ankündigung vom Dienstag reagiert die TSE auf den Bilanzskandal aus dem Jahr 2015 und die Abschreibungen von voraussichtlich 6,3 Milliarden US-Dollar auf das US-Nukleargeschäft des japanischen Konzerns.

Die Toshiba-Aktie war am Dienstag zunächst bis auf 196,10 Yen abgestürzt, nachdem das Unternehmen die Vorlage seiner Zahlen zum dritten Geschäftsquartal erneut verschoben hatte. Sie erholte sich später und schloss um 0,5 Prozent höher bei 215,90 Yen, nachdem es in Medienberichten geheißen hatte, Toshiba erwäge den Verkauf des Großteils seines Kernenergiegeschäfts im Ausland.