Toshiba, Western Digital, JV, Joint Venture

Toshiba und Western Digital wollen ihren Streit beenden. - Bild: Calm 123/Wikimedia/CC BY 3.0

Die Ankündigung ist ein großer Fortschritt für die Toshiba Corp, die mit dem Verkaufserlös der Chipsparte Verluste seiner US-Atomkraftwerkstochter Westinghouse Electric ausgleichen will. Westinghouse hatte im März Insolvenz angemeldet. Die Western Digital Corp, die im vergangenen Jahr Toshibas langjährigen Joint-Venture Partner Sandisk übernommen hatte, hatte darauf Bestanden, dass der Verkauf ohne ihre Zustimmung nicht zustande kommen könne.

Im Zuge der Vereinbarung lassen die Toshiba und Western Digital nun alle Gerichts- und Schiedsverfahren gegen das jeweils andere Unternehmen fallen. Western Digital erklärte, nicht länger gegen Toshibas Pläne zum Verkauf des NAND-Flash-Memory-Speicherchip-Geschäftes an eine Gruppe unter Führung der Beteiligungsgesellschaft Bain Capital vorgehen zu wollen. Finanziert wird die Transaktion auch von Apple und anderen US-Technologieunternehmen.

"Die Einigung stellt für alle Parteien das bestmögliche Ergebnis dar und ebnet dem von Bain Capital geführten Konsortium den Weg, die Übernahme der Toshiba-Chip-Einheit wie geplant abzuschließen", erklärte Yuji Sugimoto, Leiter des Japan-Geschäfts von Bain Capital, laut einer Mitteilung.

Die Vereinbarung ebnet Western Digital den Weg, um an künftigen Investitionsrunden in Toshibas Speicherproduktionsanlagen in Japan teilzunehmen. Das japanische Unternehmen plant eine neue Fabrik zur Massenproduktion von 3D NAND-Flash-Speicherchips der nächsten Generation, einer wichtigen Datenspeicherkomponente für Smartphones und Computer-Datenserver.

Bilanz in den positiven Bereich bringen

Nach der Beilegung des Streits bleibt die größte Hürde für den Toshiba-Deal die kartellrechtliche Genehmigung der Behörden in wichtigen Ländern, insbesondere in China. Toshiba will den Verkauf bis März, dem Ende seines Geschäftsjahres, abschließen, um seine Bilanz wieder in den positiven Bereich zu bringen. Derzeit übersteigen die Verbindlichkeiten von Toshiba die Aktiva.

Um die Transaktion gegen das Risiko einer Verzögerung abzusichern, hat Toshiba in diesem Monat mit der Ausgabe neuer Aktien 600 Milliarden Yen (rund 4,5 Milliarden Euro) aufgenommen.

NAND-Flash-Speicherchips sind sehr gefragt. Toshiba steht gemessen am Umsatz mit diesen Produkten weltweit zwar an zweiter Stelle, allerdings weit abgeschlagen hinter Samsung Electronics, wie aus Daten von IHS Markit hervorgeht. Laut Analysten muss Toshiba den Verkauf so bald wie möglich abschließen, um zu verhindern, dass der südkoreanische Hersteller seinen Vorsprung weiter ausbaut.

Währung Toshiba den größten Teil dieses Jahres um die Zukunft seiner Chipsparte rang, stellte Samsung mehrere große Investitionspläne vor, um seine Führungsposition zu sichern.