ESSEN (ba). Der Jahresüberschuss des größten deutschen Aluminiumproduzenten hat sich von 1,2 Mio Euro im letzten Geschäftsjahr auf 28,6 Mio Euro kräftig verbessert. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich, einschließlich der jetzt 84 Auszubildenden, von 1548 auf insgesamt 1586.

Organisiert in den vier Unternehmensbereichen Primary Products, Recycling, Automotive sowie Marketing & Sales, hat sich die Trimet trotz Finanz- und Wirtschaftskrise gut behauptet. Die Produktionskapazitäten der Hütten in Essen und Hamburg, die im Vorjahr auf rund 60 % reduziert worden waren, konnten wieder hochgefahren werden. Bereits im Mai 2010 lief die Aluminiumproduktion in der Hamburger Hütte (Jahreskapazität 130000 t) zunehmend wieder auf vollen Touren, in Essen wird die Produktionskapazität von 170000 Jahrestonnen seit August 2010 wieder voll genutzt. Die Recyclingwerke in Gelsenkirchen und Harzgerode arbeiten bereits seit dem 2. Halbjahr 2009 wieder an ihren Kapazitätsgrenzen.

Zur erfreulichen Entwicklung des Automotive-Gussbereichs haben das mit einer Tochtergesellschaft der Kolbenschmidt-Pierburg AG gegründete Joint Venture KS Atag Trimet Guss GmbH und eine enge Kooperation mit BMW wesentlich beigetragen. Der Handelsbereich arbeitet mit den drei produzierenden Geschäftsbereichen eng zusammen. Zum 1. April 2010 hat Trimet die Metallversorgung ihres Kunden Honsel AG für dessen deutsche und französische Standorte übernommen.

Die Vermögens- und Finanzlage des nicht börsennotierten Familienunternehmens ist auch im 25. Jahr seines Bestehens durch eine solide, im Berichtszeitraum von 37 auf 41 % gestiegene Eigenkapitalquote, eine gesicherte Finanzierung und eine weiterhin hohe Liquidität geprägt. Nach erheblichen Investitionen in Sachanlagen und in Folge einer Kapitalerhöhung beim Joint Venture ist das Anlagevermögen absolut deutlich, aber proportional zum Gesamtvermögen gestiegen.

Bei verlässlichen politischen Rahmenbedingungen sieht das Unternehmen die Bedingungen für ein solides Wachstum aus eigener Kraft auch für die kommenden Jahre als gegeben an. Voraussetzung sei freilich ein für energieintensive Produktionsbetriebe ausreichend vorhandener und bezahlbarer Strom. „Die immer wieder neuen Überlegungen der deutschen und europäischen Politik zu weiteren international wettbewerbsverzerrenden Belastungen für die energieintensive Industrie“, so Vorstandsmitglied Dr. Martin Iffert, „gefährden die Branche, damit tausende von Arbeitsplätzen und letztlich den Industriestandort Deutschland“. In seinem Geschäftsbericht appelliert das Unternehmen deshalb „dringend“ an die Politik, „schnellstmöglich die vollständige Befreiung von den CO2-Kosten in nationales Recht umzusetzen und von zusätzlichen Belastungen abzusehen“.