Bei MTU läuft es aktuell ziemlich rund

Bei MTU läuft es aktuell ziemlich rund. - Bild: MTU

Für 2018 peilt Vorstandschef Reiner Winkler eine moderate Steigerung an. Den Aktionären winkt eine deutlich erhöhte Dividende, wie MTU am Mittwoch in München mitteilte.

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten mit Kursverlusten quittiert. Kurz nach Handelsstart gehörte die MTU-Aktie mit rund minus drei Prozent zu den schwächsten Werten im MDax. Seit Jahresstart hat sie damit rund 6 Prozent verloren, ist aber immer noch rund ein Fünftel mehr wert als vor einem Jahr.

Das Unternehmen hatte mit seinem operativen Gewinn zwar die Erwartungen der Analysten übertroffen. Bei der Dividende hatten Experten jedoch mit noch mehr gerechnet. Die Ziele des Vorstands für 2018 könnten zudem für Verunsicherung sorgen. Eine veränderte Rechnungslegung drückt auf Umsatz und operativen Gewinn. Zudem bremsen neue Triebwerksausfälle beim Airbus A320neo die Produktion bei MTU.

Im abgelaufenen Jahr steigerte MTU die Erlöse um 6 Prozent auf gut 5 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) legte um rund 21 Prozent auf knapp 607 Millionen Euro zu. Der bereinigte Überschuss wuchs um 24 Prozent auf 429 Millionen, der tatsächliche Nettogewinn um 22 Prozent auf 382 Millionen Euro. Die Dividende soll von 1,90 auf 2,30 Euro steigen.

Kleinere Brötchen in 2018

2018 muss MTU vor allem wegen neuer Bilanzierungsregeln optisch kleinere Brötchen backen. So werden bestimmte Kosten künftig bereits beim Umsatz abgezogen. 2017 hätten die Erlöse auf dieser Basis statt 5 Milliarden nur 3,65 Milliarden Euro betragen. Der operative Gewinn hätte bei 570 Millionen Euro gelegen.

Von dieser Basis aus will Winkler das bereinigte Ebit auf 600 bis 620 Millionen Euro steigern, der bereinigte Überschuss soll ähnlich wachsen. Der Umsatz soll im Seriengeschäft für neue Verkehrsflugzeuge auf US-Dollar-Basis um 30 Prozent zulegen. Im Wartungsgeschäft erwartet der Manager ein Plus von an die 20 Prozent, im Ersatzteilgeschäft sollen es um die 5 Prozent sein. Im Militärgeschäft, zu dem vor allem der Antrieb des Eurofighters zählt, dürften die Erlöse stagnieren.

  • GKN Plc

    Platz 20 belegt ein britisches Unternehmen: GKN erzielte 2016 einen Umsatz von rund 12 Milliarden US-Dollar und beschäftigte 51381 Mitarbeiter. - Bild: GKN

  • IHI Corp

    IHI, ein Unternehmen aus Japan, landet dank einem Umsatz von knapp 13 Milliarden US-Dollar und 29494 Mitarbeitern auf Platz 19. - Bild: IHI

  • Kawasaki

    Gefolgt wird IHI von Kawasaki (Platz 18), einem weiteren japanischen Unternehmen, welches 2016 einen Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar und 34605 Mitarbeiter hatte. - Bild: Kawasaki

  • Leonardo SpA

    Das italienische Unternehmen Leonardo findet sich auf Platz 17 wieder: mit 45631 Mitarbeitern und einem Umsatz von circa 13 Milliarden US-Dollar. - Bild: Leonardo

  • Textron

    Platz 16 geht an Textron, ein amerikanisches Unternehmen, das 2016 einen Umsatz von rund 14 Milliarden US-Dollar machte und 36000 Mitarbeiter beschäftigte. - Bild: flickr

  • Bombardier

    Bombardier, ein Unternehmen aus Canada, sichert sich mit einem Umsatz von circa 16 Milliarden US-Dollar und 37150 Beschäftigten Platz 15. - Bild: Bombardier

  • Thales SA

    Das französische Unternehmen Thales belegt unseren Platz 14: mit einem Umsatz von knapp 17 Milliarden US-Dollar und 64100 Mitarbeitern. - Bild: Thales

  • Safran SA

    Wir bleiben in Frankreich, unser Platz 13 hat seinen Sitz in Paris. Das Unternehmen Safran machte 2016 einen Umsatz von rund 18 Milliarden US-Dollar und zählte 57495 Mitarbeiter. - Bild: Safran

  • Eaton

    Platz 12 geht an ein Unternehmen aus Irland: Eaton machte 2016 einen Umsatz von knapp 20 Milliarden US-Dollar und beschäftigte 95000 Menschen. - Bild: Eaton

  • Rolls-Royce Holding PLC

    Auch wenn man dieses englische Unternehmen eher mit Autos in Verbindung bringt, kann sich Rolls-Royce wohl auch über das Geschäft in der Luftfahrtindustrie nicht beklagen: mit 49900 Mitarbeitern und einem Umsatz von und rund 21 Milliarden US-Dollar landet das Unternehmen auf Platz elf. - Bild: Rolls-Royce

  • Raytheon Company

    Platz zehn geht an das amerikanische Unternehmen Raytheon, mit einer Mitarbeiterzahl von 63000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 24 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016. - Bild: Von United States Navy

  • Northrop Grumman Corporation

    Weiter geht's mit Platz neun, den sich das US-Unternehmen Northrop Grumman sichert. 2016 beschäftigte die Firma 67000 Mitarbeiter und erreichte einen Umsatz von knapp 25 Milliarden US-Dollar. - Bild: By Alan Radecki Akradecki, CC BY-SA 3.0, Wikimedia

  • GE Aviation

    Mit 45000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 26 Milliarden US-Dollar landet das amerikanische Unternehmen GE Aviation auf Platz acht. - Bild: By JBabinski380, CC BY 2.0, Wikimedia

  • BAE Systems plc

    Unseren Platz sieben belegt ein Unternehmen aus Großbritannien. BAE Systems machte 2016 einen Umsatz von ebenfalls rund 26 Milliarden US-Dollar und zählte 83100 Mitarbeiter. - Bild: BAE Systems

  • General Dynamics Corporation

    Das US-Unternehmen General Dynamics belegt mit einen Umsatz von circa 31 Milliarden US-Dollar und 98800 Mitarbeitern den sechsten Platz. - Bild: General Dynamics

  • Honeywell International Inc.

    Platz fünf belegt erneut ein Unternehmen aus den USA. Honeywell beschäftigte 2016 131000 Mitarbeiter und erreichte einen Umsatz von rund 39 Milliarden US-Dollar.- Bild: flickr

  • Lockheed Martin Corporation

    Circa 47 Milliarden US-Dollar Umsatz und 97000 Mitarbeiter: mit diesen Werten schafft es das amerikanische Unternehmen Lockheed Martin auf Platz vier. - Bild: Lockheed Martin

  • United Technologies Corporation

    Wir starten in die Top drei: mit United Technologies, einem weiteren amerikanischen Unternehmen. 2016 machte dieses einen Umsatz von rund 57 Milliarden US-Dollar und zählte 202000 Mitarbeiter. - Bild: United Technologies Corporation

  • Airbus Group SE

    Unseren zweiten Platz sichert sich Airbus: ein paneuropäisches Unternehmen von dem Sie bestimmt schon mal gehört haben. Anfang 2016 arbeiteten 136574 Menschen für Airbus und erzielten so einen Umsatz von fast 73 Milliarden US-Dollar. - Bild: Airbus

  • Boeing

    Unser Platz eins kommt Ihnen sicher ebenfalls bekannt vor: das US-amerikanische Unternehmen Boeing machte 2016 einen Umsatz von knapp 95 Milliarden US-Dollar und beschäftigte 150500 Menschen. - Bild: Leonardo

Insgesamt dürfte der boomende Absatz von Triebwerken für neue Verkehrsflugzeuge den Gewinnanstieg bremsen. Denn Triebwerkshersteller wie MTU, Pratt & Whitney, General Electric und Rolls-Royce verdienen mit den neuen Antrieben in der Regel kaum Geld. Dicke Gewinne fahren sie vor allem mit Ersatzteilen und Wartung ein.

Derzeit bereitet das Getriebefan-Triebwerk von Pratt & Whitney für den modernisierten Mittelstreckenjet A320neo, an dem MTU mitarbeitet, weiteren Ärger. Seine Gewinnprognose für 2018 stellte Winkler daher unter den Vorbehalt, dass die jüngsten Probleme schnell gelöst werden und die Auslieferungsziele nicht gefährdet sind.

Eine Reihe von Antrieben bei einem Teil der Exemplare des Verkaufsschlagers A320neo drohen während des Flugs auszufallen, Flugsicherheitsbehörden haben deshalb Betriebseinschränkungen verhängt. Insgesamt sind 32 ausgelieferte Flugzeuge betroffen. Rund 100 Triebwerke - die größtenteils noch bei Airbus stehen - müssen umgerüstet werden. Airbus-Chef Tom Enders rechnete vor wenigen Tagen mit einer Lösung bis April.

Die A320neo ist Airbus' größter Verkaufsschlager. Rund die Hälfte der Airlines haben sich für den Getriebefan-Antrieb der United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney entschieden, die teilweise von MTU produziert und auch endmontiert werden. Wegen Hitze- und Softwareproblemen an den Antrieben musste Airbus schon 2016 und 2017 monatelang auf fehlende Triebwerke warten.

MTU baut in Konsortien mit anderen Triebwerksherstellern Antriebe für zivile und militärische Flugzeuge. Neben dem Airbus A320 und der Neuauflage A320neo sind auch viele Exemplare des weltgrößten Passagierjets A380, von Boeings "Dreamliner" und Jumbo-Jet 747-8 mit Antrieben unterwegs, an denen MTU mitgearbeitet hat. Im Militärgeschäft sind die Münchner auch am Turboprop-Antrieb des Militärtransporters A400M beteiligt, der seit Jahren mit Pannen und milliardenschweren Mehrkosten Schlagzeilen macht.

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