Grammer

Die Konzernzentrale von Grammer. - Bild: Grammer

Von Januar bis Juni steigerte der Zulieferer für Pkw-Innenausstattung und Nutzfahrzeugsitze den Umsatz um 5,5 Prozent auf 908,0 Millionen Euro. Maßgeblich dazu beigetragen habe das Wachstum im Segment Automotive und hier insbesondere das Konsolengeschäft, erläuterte das SDAX-Unternehmen. Auch das Segment Commercial Vehicles habe trotz der anhaltenden Schwäche im brasilianischen Lkw-Markt den Umsatz gesteigert.

Das operativen EBIT (ohne Währungs- und Sondereffekte) stieg um 23,2 Prozent auf 44 Millionen Euro. Dementsprechend verbesserte sich die operative EBIT-Marge von 4,1 auf 4,8 Prozent. Zu dieser Entwicklung haben laut Grammer insbesondere die Optimierungsmaßnahmen bei Fixkosten und Prozessstrukturen beigetragen. Das EBIT lag mit 35,1 Millionen Euro etwas unter dem Niveau des Vorjahres von 36,4 Millionen. Das Ergebnis war vor allem von Fremdwährungsbewertungen beeinflusst sowie von einmaligen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem von Hastor auf der Hauptversammlung angestrebten Kontrollwechsel. Nach Steuern verdiente Grammer 20 Millionen Euro nach 21,2 Millionen im Vorjahr.

An der Prognose für das Gesamtjahr hält Grammer fest und erwartet unverändert eine Umsatzsteigerung von rund 5 Prozent. Bei der operativen EBIT-Marge peilt Grammer rund 5 Prozent an.

Das erste Halbjahr sei geprägt gewesen von der erfolgreichen Abwehr der versuchten Kontrollübernahme, hieß es. Umso erfreulicher sei unter diesen erschwerten Bedingungen die weiterhin sehr positive operative Geschäftsentwicklung gewesen. Grammer hatte sich auf der Hauptversammlung im Mai erfolgreich gegen den Industriellenclan Hastor zur Wehr gesetzt, der über zwei Gesellschaften mit rund 20 Prozent an Grammer beteiligt ist. Hastor wollte bei Grammer durchregieren und auch den Chef ablösen. Aufsichtsratsposten sollten mit Vertrauten besetzt werden.

Unterstützung aus China

Die Linie des Grammer-Managements wird vom chinesischen Großaktionär Ningbo Jifeng unterstützt, der seine Anteile zuletzt auf über 20 Prozent aufstockte und damit zum größten Aktionär von Grammer aufstieg. Grammer hatte sich Anfang des Jahres mit dem langjährigen Partner gegen den Hastor-Einfluss verbündet.

Die Hastors sind in der Branche keine Unbekannten: Im Sommer vergangenen Jahres hatten sich Unternehmen der Gruppe einen Streit mit Volkswagen geliefert und die Fertigung des Autokonzerns vorübergehend lahmgelegt.

Die Folgen des Machtkampfes mit Hastor bekommt Grammer nach eigenen Angaben immer noch zu spüren: Im Automotive-Bereich sind die Auftragseingänge durch die Zurückhaltung der Kunden weiterhin niedrig. Im ersten Halbjahr hatten sich Kunden angesichts des Machtkampfes bei Grammer mit Aufträgen zurückgehalten und dem Konzern niedrigere Ordereingänge als in den Vorjahren beschert.

Noch wirke sich die erfolgreiche Abwehr der Avancen von Hastor nicht in der Breite auf den Auftragseingang im laufenden dritten Quartal aus, so Grammer. Daher sei es wichtig, dass im zweiten Halbjahr zur Vergabe anstehende große Auftragsvolumina der Premiumfahrzeughersteller tatsächlich erfolgreich akquiriert werden.