Harley-Davidson, Motorrad

Wohl die bekannteste Motorradmarke der Welt: Harley-Davidson. - Bild: Pixabay

Mit dem Motorrad, am besten natürlich mit einem Modell der Kultmarke Harley-Davidson, über die Route 66 fahren, war einmal der große Traum vieler. Aktuell erlebt der US-Motorradmarkt aber einen deutlichen Abschwung. Das trifft vor allem auch Harley, wie die US-Zeitung Detroit News berichtet.

2017 gingen die Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahreswert um 8,5 Prozent zurück. Allein im vierten Quartal fielen sie um 11 Prozent. Auch auf den anderen Märkten läuft es schlecht. Für das Jahr 2018 erwartet die Marke einen Rückgang von 4,9 Prozent für seinen weltweiten Motorradabsatz. Das hat nun Folgen für die Produktion.

Harley will sein Werk in Kansas City im Bundesstaat Missouri dicht machen, wie das Unternehmen gegenüber US-Journalisten erklärte. Gleichzeitig soll Produktion am Standort York, Pennsylvania, zusammengelegt werden. Diese Restrukturierung wird 260 Jobs kosten, wie Harley-Boss Matt Levatich per Telefonkonferenz verschiedenen US-Medien verkündete.

Produktion in Thailand

Pikant: Derzeit baut der Motorrad-Hersteller eine Fabrik in Thailand. Die Entscheidung dazu fiel bereits Mitte 2017. Dort sollen die thailändischen Werker in den USA produzierte Komponenten zu Motorrädern zusammenbauen. Dabei war Harley-Davidson vor nicht allzu langer Zeit von US-Präsident Donald Trump noch als Sinnbild für „Made in America“ gefeiert worden. Darüber hinaus hat er Harley-Davidson als vermeintliches Opfer ungerechter Handelspraktiken zum Symbol seines Kampfes gegen die angebliche Benachteiligung von US-Unternehmen auf dem Weltmarkt gemacht und wiederholt seine Wertschätzung für die Firma zum Ausdruck gebracht.

„Wir erweitern unsere Präsenz im asiatisch-pazifischen Markt, indem wir ein Werk in Thailand bauen“, hieß es damals seitens des Unternehmens. Die New York Times berichtete seinerzeit über heftige Kritik an der Entscheidung. „Es ist ein Schlag ins Gesicht der US-Arbeiter“, zitierte die Zeitung Robert Martinez Jr., der als Vorsitzender einer Gewerkschaft die Interessen vieler Harley-Angestellter vertritt. „Warum können sie nicht in den USA herstellen und exportieren?“, fragte Leo W. Gerard, ein weiterer hochrangiger US-Gewerkschafter.

So agiert die Konkurrenz

Harley-Wettbewerber Polaris hat seine Motorradmarke Victory schon Anfang vergangenen Jahres in den Ruhestand geschickt. Steigenden Wettbewerbsdruck auf einem herausfordernden Motorradmarkt hätten für starken Gegenwind für die Marke gesorgt, hieß es seinerzeit.

2015 stand Victory nur für drei Prozent aller Polaris-Verkäufe. Nur ein Viertel der insgesamt 400 Polaris-Dealer in Nordamerika haben zuletzt aktiv Victory vermarktet.

Allein zwischen 2011 bis 2015 verlor Polaris mit seiner Marke Victory in drei der letzten fünf Jahre Geld. Auf der anderen Seite reüssierte Schwestermarke Indian. Konsequenterweise  fokussiert sich Polaris nun auf Indian.