Trumpf Jahresarbeitszeit

Bei Trumpf wird die jahresarbeitszeit eingeführt. - Bild: Trumpf

Die Mitarbeiter arbeiten laut Trumpf dann viel, wenn die Auftragslage gut ist und bauen die Zeit wieder ab, wenn es weniger zu tun gibt. Am Ende des Jahres muss das Konto wieder ausgeglichen sein. Das Besondere daran: Führungskräfte und Mitarbeiter können eigenständig darüber entscheiden, ob im agilen Zeitsystem gearbeitet werden soll oder nicht – ohne Abstimmung mit Geschäftsführung oder Betriebsrat.

So kann das Unternehmen laut Mitteilung unbürokratisch und schnell auf kurzfristige Auftragsschwankungen reagieren. Die Mitarbeiter profitieren im Gegenzug von längeren Auszeiten zusätzlich zum Urlaub.

Das agile Zeitsystem ist Bestandteil des zum 1. Juli 2016 zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat verhandelten betriebsinternen Bündnisses für Arbeit 2021. Trumpf schließt mit seinen Mitarbeitern solche Bündnisse bereits seit 1997 ab. Jedes Mal kommen zusätzliche Regelungen zum Vorteil der Mitarbeiter und des Unternehmens hinzu. Im letzten Bündnis für Arbeit, das von 2011 bis 2016 gültig war, war es zum Beispiel die Möglichkeit für die Mitarbeiter, alle zwei Jahre selbst über die Wochenarbeitszeit zu bestimmen. Beim Bündnis für Arbeit 2021 stehen neben dem agilen Zeitsystem mobiles Arbeiten, eine Qualifizierungsinitiative und Regelungen zum altersgerechten Arbeiten im Fokus. Außerdem spricht das Unternehmen eine hundertprozentige Beschäftigungssicherung aus.

Nicola Leibinger-Kammüller
Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Trumpf-Geschäftsführung. - Bild: Trumpf

„Die voranschreitende Digitalisierung, volatilere Märkte und kürzere Produktlebenszyklen erfordern von uns noch mehr Flexibilität als bislang. Darauf reagieren wir mit unserem Bündnis für Arbeit 2021“, so Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung des familiengeführten Hochtechnologieunternehmens über die Beweggründe für das neuartige Modell.

„Im Gegenzug bieten wir unseren Mitarbeitern über unsere Beschäftigungsgarantie bis zum Jahr 2021 viel Sicherheit in der Veränderung: Sie können, sofern ihre Aufgabe dafür geeignet ist, rund 20 Prozent ihrer Arbeit mobil erbringen. Sie sind damit unabhängig hinsichtlich des Ortes, aber auch hinsichtlich der Verteilung der Arbeitszeit. Das ermöglicht, Berufs- und Privatleben besser zu vereinen.“

Ergänzt wird das innovative Bündnis durch eine Qualifizierungsinitiative, die neuartige Lernformen und -inhalte fördert, sowie ein Maßnahmenbündel zum altersgerechten Arbeiten. Dies erfolgt mit der Zielsetzung, die Mitarbeiter auf die Veränderungen der Arbeitswelt angesichts von Industrie 4.0 und zunehmender Flexibilisierung einzustellen.

„Stillstand ist in der heutigen Zeit fast schon eine Utopie. Und wir als Unternehmen müssen unsere Mitarbeiter dazu ertüchtigen, dass sie sich, unabhängig von Alter oder Eingruppierung, gut auf die Veränderungen einstellen können“, so Gerhard Rübling, Geschäftsführer der Trumpf GmbH + Co. KG und als Arbeitsdirektor verantwortlich für die Bündnisverhandlungen.

Veränderungen durch Industrie 4.0 gibt es bei Trumpf eine Menge: Erst im vergangenen Jahr hatte Trumpf verkündet, dass es mit seiner Tochtergesellschaft Axoom und seinem Produktpaket TruConnect Geschäftsmodelle und Produkte für die digitale Vernetzung der Fertigung biete und damit die Produktion bei sich selbst und seinen Kunden grundlegend revolutionieren werde.

Trumpf

Die 10 besten Arbeitgeber im Maschinen- und Anlagenbau

  • Pilz

    Den fünften Platz der mittelgroßen Unternehmen erreicht der Automatisierungstechnik-Anbieter Pilz. Das familiengeführte Unternehmen aus Ostfildern gibt über 2.000 Menschen einen Job. Das Unternehmen mit gleich zwei Frauen im Vorstand wünscht sich Mitarbeiter mit Mut für unkonventionelle Wege und Leidenschaft für einzigartige Lösungen. - Bild: Pilz

  • Heller

    Platz 4: Heller entwickelt und produziert CNC-Werkzeugmaschinen und Fertigungssysteme für die spanende Bearbeitung, weltweit werden 2500 Mitarbeiter beschäftigt. Die Mitarbeiter des Sondermaschinenherstellers arbeiten oft an individuellen Aufträgen. - Bild: Heller

  • Putzmeister

    Der Spezialmaschinen- und Betonpumpen-Hersteller Putzmeister ist der drittliebste Arbeitgeber bei den mittleren Unternehmen: Der aus Aichtal in der Nähe von Stuttgart stammende Konzern wurde 2012 vom chinesischen Baumaschinenhersteller Sany übernommen und beschäftigt 3.000 Mitarbeiter. - Bild: Putzmeister

  • Netzsch

    Die Netzsch-Gruppe beschäftigt 3.000 Mitarbeiter, Hauptsitz ist Selb. Netzsch konnte sich im Vergleich zu 2015 vom vierten auf den zweiten Platz steigern. "Ich freue mich auch, dass wir damit allen zeigen können, dass die attraktiven Unternehmen und Arbeitgeber nicht zwangsläufig in Hamburg oder München sitzen müssen. Hier bei uns im Mittelstand im Fichtelgebirge gibt es tolle Unternehmen, die sehr gute Arbeitsbedingungen bieten", sagt Personalleiter Bernd Uebersezig. - Bild: Netzsch

  • VEM

    Schon wieder auf dem ersten Platz, wie auch schon 2015: Bei den mittelgroßen Unternehmen gilt die VEM Holding als beliebtester Arbeitgeber. Das Unternehmen umfasst fünf Werke, die 1997 von der Familie Merckle erworben wurden. Die Firmen stellen unter anderem Generatoren und Motoren her, 1.700 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. - Bild: Von KSDD - Eigenes Werk, Wikipedia

  • Dürr

    Mit seinen 15.000 Mitarbeitern landet Dürr wie schon im letzten Jahr auf Platz 5 und kann die Beliebtheit bei den Mitarbeitern behaupten. Der Dürr-Konzern setzt 60 Prozent seines Umsatzes mit Automibilherstellern und -zulieferern um. Das Bild zeigt neue Lackierroboter vor der beginnenden Produktion. - Bild: Dürr

  • Kuka

    Auf Platz 4: Weltweit arbeiten 12.000 Mitarbeiter für das Automatisierungsunternehmen Kuka mit Hauptsitz in Augsburg. Zu den Produkten gehören zum Beispiel Schweißroboter, wie im Bild zu sehen. Der Roboterexperte ist außerdem als „Fair Company“ von Karriere.de ausgezeichnet und im Universum-Ranking der beliebtesten Arbeitgeber. - Bild: Kuka

  • KHS

    Platz 3: Die KHS-Gruppe stellt Verpackungs- und Abfüllanlagen für die Getränkeindustrie und andere Abfüller her. Das rund 4.600 starke Unternehmen hat seinen Hauptsitz ist Dortmund und legt besonderen Wert auf Innovation. Mitarbeiter, die ihre Ideen einbringen, werden besonders belohnt: Für Patente erhalten sie zusätzlich zu einer Erfindervergütung eine Anerkennungs- und Erteilungsprämie. - Bild: KHS

  • Bosch

    Bosch hat weltweit 375.000 Mitarbeiter, davon 132.000 in Deutschland. Der Bereich Maschinen- und Anlagenbau Bosch Rexroth beschäftigt 33.700 Menschen. Zuletzt investierte das Unternehmen in den Aufbau einer großen Workforce von Informatikern, weil angesichts des Internets der Dinge IT-Skills immer wichtiger werden. Das Bild zeigt vernetzte Technik im Bosch-Werk in Stuttgart, die Mitarbeiter über den Zustand von Maschinen informiert. - Bild: Bosch

  • Trumpf

    Der beliebteste Arbeitgeber bei den großen Firmen ist Trumpf. Das Ditzinger Unternehmen beschäftigt 11.000 Mitarbeiter und stellt Werkzeugmaschinen, Laser und Elektronik für industrielle Anwendungen her. Bei Technologietrends vorn dabei: Als einer der ersten Maschinenbauer lieferte Trumpf Apps für seine Maschinen aus. - Bild: Trumpf