Trotz beachtlicher Potenziale stammen nur rund 2% aller von Deutschland importierten Maschinen aus

Trotz beachtlicher Potenziale stammen nur rund 2% aller von Deutschland importierten Maschinen aus der Türkei. Das soll sich laut Sevda Kayhan Yilmaz, Vorstandsmitglied der Turkish Machinery Promotion Group, ändern. Bild: TMPG

Hannover (sm). „Wir wollen intensiver mit deutschen Herstellern zusammenarbeiten“, so Yilmaz weiter: „Und zwar auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette.“ Ein echter Ansporn dafür dürfte vor allem das seit 2012 geltende neue Förderungssystem der Türkischen Republik sein, die im Jahr 2023 ihren 100. Geburtstag feiert. Kudret Ceran, türkischer Handelsattaché in Hannover, erklärte im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem Messegelände der Metallbearbeitungsmesse EMO Hannover die Fördermöglichkeiten, die auch für deutsche Firmen ein Investitionsanreiz sein können: „Dieses System bietet sehr gute Fördermöglichkeiten für Investoren, vor allem durch die Befreiung von der Mehrwertsteuer und weitere Steuererleichterungen für Firmen, die sich in der Türkei engagieren.“ Auch eine Befreiung von Importzöllen ist möglich, hinzu kommen Zinsförderungen sowie finanzielle Beiträge des türkischen Staates zur Versicherung von Arbeitnehmern. Je nach Region, in welcher in der Türkei investiert wird, können die Fördermöglichkeiten variieren. Dazu hat das Wirtschaftsministerium der Türkei eine regionale Förderungslandkarte entwickelt, die unter www.economy.gov.tr einsehbar ist. Hier werden auch alle Fördermöglichkeiten des Systems detailliert erklärt.

Finanzielle Unterstützung ist aber längst nicht das einzige Argument für deutsche Unternehmen aus der Maschinen- und Werkzeugindustrie, den türkischen Markt näher ins Auge zu fassen. „Besonders die neue Generation der Türken in Deutschland trägt in starkem Maße zur Intensivierung der Zusammenarbeit beider Länder bei“, sagt Kudret Ceran. Neben der langen Historie bilateraler Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sowie der Vielfalt der Maschinen spiele diese Generation gut ausgebildeter, fließend zweisprachiger Türken eine besondere Rolle, wenn es darum geht, Brücken zwischen Deutschland und der Türkei zu schlagen. „Heute arbeiten viele deutsche Firmen in der Türkei sehr erfolgreich mit ihren türkischen Mitarbeitern aus Deutschland“, so Ceran. Als Beispiele nannte der Handelsattaché die bereits zweite Fabrik von Thyssen-Krupp, für die der deutsche Konzern bereits den Grundstein in Kocaeli gelegt hat, sowie das Werk für Kühlsystemlösungen von EPTA in der Freihandelszone von Corlu.

„Unsere Bevölkerung ist jung, dynamisch und sehr kreativ“, schlägt Sevda Kayhan Yilmaz in dieselbe Kerbe. Sie möchte als Vorstandsmitglied der Vereinigung, in der mehr als 8.000 Unternehmen organisiert sind, diesen helfen, die Zusammenarbeit mit der deutschen Maschinen- und Werkzeugmaschinenindustrie zu intensivieren. Zudem steht sie gerne als Ansprechpartnerin für deutsche Unternehmen bereit, genau wie Ahmet Yilmaz. Der Braunschweiger ist seit diesem Jahr Deutschland-Berater des Verbands und unterstützt deutsche Firmen, die den Kontakt mit der Türkischen Maschinenindustrie suchen, bei deren Bestrebungen. „Die türkische Maschinenbauindustrie wächst rasant und hat enormes Potential“, so Ahmet Yilmaz. „Deutsche Maschinenbauer sollten schnell handeln, wir sind der richtige Partner.“ Auch beim Technologietransfer und gemeinsamen Projekten in der Forschung und Entwicklung möchte Turkish Machinery behilflich sein. „Die deutschen Kollegen sind für uns keine Wettbewerber“, betont Sevda Kayhan Yilmaz: „Ich sage lieber, wir sind Mitbewerber!“