Konzern-Zentrale Tüv Nord Group

Konzern-Zentrale der Tüv Nord Group in Hannover. - Bild: Tüv Nord/Regine Rabanus

"Wir haben leider gesetzlich keinerlei Möglichkeit, Einblicke in die Motorsteuerung und die dort verbaute Software zu nehmen", sagte TÜV-Nord-Chef Guido Rettig der Zeitung "Die Welt".

Die Hersteller haben Rettig zufolge gegenüber der Politik geltend gemacht, dass es sich bei der Motorsoftware um ein Betriebsgeheimnis handele. "Nicht einmal uns, den vom Staat benannten Technischen Diensten, dürfe dies erlaubt werden." Die zuständigen Bundesministerien seien dem leider gefolgt. "Wir haben jahrelang darauf hingewiesen, dass die Motorsoftware Teil unseres Prüfauftrags werden muss. Ohne Erfolg."

Da die Prüfer keinerlei gesetzliche Möglichkeit hatten, Einblicke in die Motorsteuerung und die dort verbaute Software zu nehmen, hatten die Sachverständigen laut Rettig "keine Chance", die Manipulationen bei Stickoxiden von Dieselfahrzeugen zu erkennen.

Überrascht zeigte sich der Chef von TÜV-Nord zu der Mitteilung von Volkswagen, wonach auch beim CO2-Ausstoß von Benzinmotoren geschummelt wurde. "Diese Aussage von VW ist bis heute nicht nachzuvollziehen. Wir haben Rollenprüfstände, Verfahren und Ergebnisse noch einmal überprüft und können keine fehlerhaften CO2-Messungen bestätigen: Weder bei uns, noch bei VW. Es ist für mich ein absolutes Rätsel, wo VW Abweichungen festgestellt haben will."

Volkswagen hatte im September zugegeben, mit Hilfe einer eingebauten Software bei elf Millionen Fahrzeugen falsche Abgaswerte erzeugt zu haben. Einige Wochen später gestand der Konzern nach einer internen Untersuchung zudem ein, die CO2-Werte bei etwa 800.000 Autos falsch angegeben zu haben.