U-Boot Thyssenkrupp

Thyssenkrupp hat in den vergangenen 50 Jahren fast zwei Drittel der diesel-elektrischen U-Boote der Welt gebaut. - Bild: Thyssenkrupp

Der Wettstreit zwischen Japan, Deutschland und Frankreich um den 20 Milliarden australische Dollar (12,8 Milliarden Euro) schweren U-Boot-Auftrag von Australien wird allerdings immer erbitterter. Japanische Medien berichteten kürzlich aus anonymen Quellen, Thyssenkrupp sei de facto ausgeschlossen worden. Das sei falsch, sagte Thyssenkrupp-Australien-Chairman John White.

"Thyssenkrupp hat in den vergangenen 50 Jahren fast zwei Drittel der diesel-elektrischen U-Boote der Welt gebaut", sagte White, räumte aber auch ein, dass Canberras Ambitionen für das Projekt technische Hürden für alle drei U-Boot-Bauer darstellen. "Das (anonyme) Wettbewerber sagen, Thyssenkrupp hat Probleme ist eigentlich noch nicht mal einen Kommentar wert."

Dass Australien veraltete U-Boote ausmustern und mit U-Booten auf dem neusten Stand der Technik ersetzen will, wird auch in Washington genau verfolgt. Es heißt, die USA würden eine Zusammenarbeit zwischen Australien und Japan begrüßen, denn ein solcher Deal würde dazu beitragen, die Verbindungen zwischen allen drei Ländern angesichts eines stärkeren Chinas festigen.

Offiziell hat das Pentagon keine Präferenzen bei dem Auswahlprozess eines engen Verbündeten. Doch der nationale Sicherheitsberater von Australiens ehemaligem konservativen Premierminister Tony Abbott, Andrew Shearer, schrieb vor Kurzem in einem Artikel über Außenpolitik, dass US-Vertreter insgeheim glauben, das japanische Unterseeboot Soryu sei den anderen "überlegen".

Hochrangige Rüstungsvertreter und Politiker, die mit dem Vertragsprozess vertraut sind, stützten Whites Einschätzung, dass es in dem Wettbewerb immer noch drei Konkurrenten gibt. In dieser Woche fanden Gespräche in Canberra zwischen australischen Vertretern und Thyssenkrupp-CEO Heinrich Hiesinger sowie Marine-Systems-Chairman Hans Atzpodien statt.

"Der Prozess ist immer noch genauso offen, wie das Meer, dass sie patrouillieren werden", sagte ein Abgeordneter, der den Auswahlprozess für ein 30 Milliarden Dollar schweres Wartungs- und Instandhaltungsprojekt verfolgt hat, das zusätzlich zu dem 20-Milliarden-Dollar-Auftrag vergeben wird.

"Wenn Sie sich die anderen Unterseeboote anschauen, dann haben diese auch Änderungen an ihrem Design, die wohl sogar noch herausfordernder sind", so der Abgeordnete. "Wir sind völlig zuversichtlich, dass der Prozess auf professionelle und gründliche Weise geführt wird."

Vertreter des französischen Schiffsbauers DCNS werden kommende Woche in Canberra eintreffen, um ihr Konkurrenzangebot zu bewerben. Frankreich verspricht, weiter entwickelte Boote zu liefern als jene, die es bereits für Indien baut.

In einem Strategiedokument über Rüstungspolitik, das bald veröffentlicht werden soll, dürfte die Regierung von Malcolm Turnbull den Auftrag für die U-Boote von ursprünglich zwölf auf acht zusammenstreichen. Australiens rohstofflastige Wirtschaft leidet derzeit unter fallenden Rohstoffpreisen und einem deutlichen Rückgang der Mineninvestitionen.