Uber Dienst

Der Staatsfonds Saudi-Arabiens investiert 3,5 Milliarden US-Dollar in den Fahrdienstvermittler Uber. Das Öl-Emirat beteiligt sich damit einmal mehr an einer Wette auf die Zukunft der Mobilität. - Bild: Uber

Der saudische Public Investment Fund schloss sich einer Finanzierungsrunde für das amerikanische Startup-Unternehmen an, die Uber insgesamt 5 Milliarden Dollar einbringt. Das ist die größte Geldspritze weltweit für ein mit Risikokapital finanziertes Unternehmen jemals.

Inklusive der neuen Geldspritze wird Uber nun mit 68 Milliarden Dollar bewertet, das sind 20 Milliarden Dollar mehr als General Motors, der größte US-Autohersteller.

Die Uber Technologies Inc wurde zwar erst vor sechs Jahren gegründet, hat inzwischen aber schon eine Kriegskasse von 11 Milliarden Dollar. Ziel des Unternehmens ist nichts anderes, als die Regeln der individuellen Mobilität neu zu schreiben.

Dabei sein wollen viele: Erst vergangenen Monat hat Toyota über eine Investition von 1 Milliarde Dollar in Uber berichtet. Apple steckte 1 Milliarde in den chinesischen Uber-Rivalen Didi Chuxing Technology, und Volkswagen investierte 300 Millionen Dollar in die Taxi-App Gett. General Motors ist beim Startup Lyft dabei. Zusammen wollen die beiden Unternehmen eine Flotte elektrischer, selbstfahrender Taxis testen.

Die neue Finanzierungsrunde bei Uber übertrifft die vorangegangene bei weitem. Schon mit der früheren Geldspritze von 2,8 Milliarden Dollar hatte Uber einen US-Rekord gebrochen. Weltweit hielt die Alibaba-Tochter Ant Financial mit 4,5 Milliarden Dollar den bisherigen Rekord.

Öl- Abhängigkeit soll minimiert werden

Saudi-Arabien strebt derzeit an, die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren und die Wirtschaft zu diversifizieren. Als Teil dieses Plans soll auch eine kleine Beteiligung am staatlichen Ölkonzern Saudi Aramco verkauft und der Erlös in andere Branchen im Ausland gesteckt werden.

Mit dem Investment bei Uber bekommt Saudi-Arabien auch etwas Einfluss bei dem US-Unternehmen. Yasir Al Rumayyan, der geschäftsführende Direktor des saudischen Staatsfonds, erhält einen Sitz im Board des Fahrdienstvermittlers.

Die Größe der neuen Geldspritze zeigt, welche hohen Bargeldbedarf Uber hat, um sein Geschäftsmodell erfolgreich zu machen. So zahlt der Fahrdienstvermittler beispielsweise Prämien für die Gewinnung neuer Fahrer. Bei Marktantritt in neue Städte werden Fahrten von Uber gerne subventioniert.

Insbesondere in China nutzt Uber diese Subventionen, da der Wettbewerb mit dem dortigen Anbieter Didi hart ist. Der Pekinger Fahrtenvermittler hat 5 Milliarden Dollar eingesammelt. Zu den Investoren gehören neben Apple auch die beiden chinesischen Internetriesen Tencent und Alibaba.