Terex kann Demag Cranes nur übernehmen, wenn es bis Ende Juni auf 51% der Anteile kommt - bis dahin

Terex kann Demag Cranes nur übernehmen, wenn es bis Ende Juni auf 51% der Anteile kommt - bis dahin ist es für das Unternehmen aber noch ein weiter Weg. (Bild: Demag Cranes).

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Der US-Baumaschinenhersteller Terex kommt trotz des finanziellen Nachschlags für die Aktionäre von Demag Cranes mit der Übernahme noch nicht recht vom Fleck. Die Amerikaner halten per Donnerstagabend gerade einmal knapp 1,7% an dem MDAX-Konzern, wie aus einer am Freitag veröffentlichen Wasserstandmeldung hervor geht. Mehr als die Hälfte davon hatte Terex bereits in die Offerte eingebracht; lediglich gut 134.000 Aktien wurden angedient.

Etwa eine Woche vor Ablauf des Angebots ist das in Westport im US-Bundesstaat Connecticut ansässige Unternehmen damit noch weit von einem Erfolg entfernt: Das Angebot wird nur durchgezogen, wenn Terex bis Ende Juni auf 51% der Anteile kommt.

Es ist allerdings nicht unüblich, dass Aktionäre bei Übernahmen erst gegen Ende der Andienungsfrist aktiv werden. Außerdem nickten Vorstand und Aufsichtsrat von Demag Cranes erst einen Tag vor dem nun gemeldeten Wasserstand die Offerte endgültig ab. Die Investoren, die im Normalfall das Votum der Führungsriege eines Übernahmeziels abwarten, hatten also noch nicht viel Zeit, zu reagieren.

Nachdem sich Demag Cranes wochenlang gegen eine Übernahme gesträubt hatte, ebneten die Amerikaner vergangene Woche mit einer deutlichen Anhebung des Angebotspreises den Weg für die Zustimmung von Vorstand und Aufsichtsrat: 45,50 Euro will Terex nun pro Aktie zahlen. Das bis dato gültige Gebot über 41,75 Euro war als zu niedrig kritisiert und entsprechend kaum angenommen worden. Insgesamt bewertet die neue Offerte die Deutschen mit rund 963 Mio Euro.

Terex köderte die Führung des Kranbauers zudem mit Standort- und Beschäftigungszusagen. So soll der Sitz in Düsseldorf belassen und Aloysius Rauen sogar in die eigene Führungsriege geholt werden. Anders als die anderen Deutschland-Geschäfte der Amerikaner soll Demag Cranes außerdem als selbständige Terex-Sparte firmieren und mit Investitionsmitteln ausgestattet werden, um die Expansion voranzutreiben.

Um Demag Cranes rankten sich seit dem vergangenen Herbst Übernahmespekulationen. Im Oktober machte zunächst Weltmarktführer Konecranes sein Interesse öffentlich; seinerzeit galt Terex zwar auch als möglicher Käufer, hielt sich jedoch noch bedeckt. Um die Eigenständigkeit zu erhalten, begab sich Demag Cranes nach den Avancen der Wettbewerber selbst auf Partnersuche und wurde mit der chinesischen Weihua fündig. Terex hat zugesichert, dass Demag Cranes die im Grundsatz vereinbarte strategische Allianz mit den Chinesen, die von Branchenexperten als sehr erfolgversprechend eingestuft wird, auch unter der Dach der Amerikaner mit Leben füllen kann.