Haldex

Das Haldex-Board , lehnt eine Verlängerung der Andienungsfrist bis zum 9. Februar 2018 ab. - Bild: Haldex

Eine entsprechende Antwort auf den Antrag von Knorr-Bremse sei der schwedischen Börsenaufsicht zugestellt worden.

Das Gremium stellt sich damit gegen das Votum der außerordentlichen Hauptversammlung in der vergangenen Woche. Die Aktionäre hatten auf Vorschlag von Knorr-Bremse mehrheitlich das Board angewiesen den Antrag bei der Börsenaufsicht mitzutragen.

Das Board ist jedoch der Auffassung, dass das dem Aktiengesetz zuwiderläuft, und bezieht sich dabei auf eine Einschätzung von Erik Nerep, Professor für schwedisches und internationales Wirtschaftsrecht an der Stockholm School of Economics.

Der kommt zu dem Schluss, dass das Board in erster Linie der Haldex-Aktiengesellschaft verpflichtet ist, nicht jedoch einzelnen Aktionären und Gruppen von Aktionären, es sei denn, es kommt eine Weisung im Konsens zustande. Das sei hier nicht der Fall, so der Wissenschaftler, denn die Weisung sei auf der Hauptversammlung nicht im Konsens erfolgt. Das Board könne die Anweisung also gar nicht befolgen, ohne das Gesetz zu brechen. Folglich sei die Weisung vom Board zu ignorieren. Das Gremium sollte wie zuvor nach der Maßgabe handeln, das Unternehmen und seine Eigentümer zu schützen, auch vor einem möglichen Schaden im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot. Nerep ist weiterhin der Ansicht, dass eine Anfechtung des Votums der Hauptversammlung erfolgreich wäre.

Die Einschätzung des Boards sei es weiterhin, dass die EU die Übernahme durch Knorr-Bremse untersagen wird, sagte der Vorsitzende Jörgen Durban laut Mitteilung. Die Europäische Kommission prüft die Übernahme bereits vertieft und muss bis Ende November zu einer Entscheidung kommen.

Knorr-Bremse, ein deutscher Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge, will Haldex für gut 550 Millionen Euro übernehmen. Es gibt allerdings erhebliche wettbewerbsrechtliche Bedenken.