"Weil immer mehr Güter auf der Straße transportiert werden und der Trend zu mehr PS und schwereren

"Weil immer mehr Güter auf der Straße transportiert werden und der Trend zu mehr PS und schwereren Fahrzeugen geht, haben die sparsameren Motoren dem Klimaschutz wenig genützt", kritisierte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. - Bild: Umweltbundesamt

Der Verkehrssektor habe im Gegensatz zu den Bereichen Energie und Industrie seine Emissionen seit 1990 nicht mindern können, erklärte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger am Dienstag in Berlin. “Weil immer mehr Güter auf der Straße transportiert werden und der Trend zu mehr PS und schwereren Fahrzeugen geht, haben die sparsameren Motoren dem Klimaschutz wenig genützt”, kritisierte Krautzberger. Im Verkehrssektor müsse daher dringend mehr passieren.

Die Senkung der Treibhaus-Emissionen sei das einzige Mittel, um den Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration zu begrenzen, sagte Krautzberger. Der Verkehr verursache derzeit rund 18 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Der wichtigste Emittent sei die Energiewirtschaft mit 39 Prozent. Aber im Verkehr seien die Emissionen im Vergleich zu 1990 sogar noch leicht um 0,6 Prozent gestiegen.

Große Autos gleich großer Verbrauch

Viele Verbesserungen in der Autoindustrie, beispielsweise effizientere Motoren oder verbrauchsärmere Dieselmotoren, hätten “nichts genutzt”. Der Grund dafür sei sehr einfach, sagte Krautzberger: “Es gibt immer mehr Verkehr. Es gibt immer mehr Fahrzeuge auf der Straße und auch einen Trend zu mehr PS, zu größeren Autos.”

Dieser Trend, dieser Rebound-Effekt, habe die Einsparungen praktisch aufgezehrt. Wenn sich die PS-Zahl der neu zugelassenen Autos seit 2005 nicht mehr erhöht hätte, wäre dies einer Ersparnis von 3,8 Milliarden Liter Kraftstoff und 9,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen gleichgekommen, rechnete Krautzberger vor. “Der Mehrverbrauch geht übrigens auch zurück auf die Zunahme der großmotorigen Autos, der Geländewagen in den Städten.”

Krautzberger forderte die Autoindustrie zu weiteren technischen Verbesserungen auf. Darüber hinaus sollten die CO2-Grenzwerte für Pkw ambitioniert fortgeschrieben werden. Im Jahr 2020 sollen die Flottengrenzwerte auf 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer gebracht werden – das Umweltbundesamt setze sich dafür ein, bis 2025 Autoemissionen von 70 bis 80 Gramm CO2 pro Kilometer als Grenze festzusetzen.

Krautzberger mache deutlich, dass die Autoindustrie sich hier vorbereiten sollte. Man müsse “ambitionierte Ziel setzen, damit die Autoindustrie sich darauf einstellen kann”, sagte die UBA-Chefin.

CO2-Grenzwerte für Lkw

Gleichzeitig sei es “zwingend notwendig, dass mehr Verkehr auf die Schiene und das Schiff verlagert wird”, sagte Krautzberger und sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, die LKW-Maut auf Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen auszuweiten. “Und wir brauchen endlich auch CO2-Grenzwerte für Lkw”, sagte die UBA-Präsidentin. Die größten Widerstände gebe es hier in der Autoindustrie. “Da gibt es ja auf europäischer Ebene ein intensives Lobbytum”, kritisierte Krautzberger. Einen konkreten Grenzwert nannte sie nicht.

Lastwagen bliesen nach Angaben des UBA in Deutschland im Jahr 2013 rund 38,7 Millionen Tonnen CO2 in die Luft. Zwischen 2000 und 2013 stieg das Güterverkehrsaufkommen auf der Straße demnach um rund 31 Prozent.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht