Der Chemnitzer Werkzeugmaschinenbauer Union will durch das Prinzip Design-To-Cost niedrige Preise

Der Chemnitzer Werkzeugmaschinenbauer Union will durch das Prinzip Design-To-Cost niedrige Preise erzielen (Bild: Union).

Der Chemnitzer Werkzeugmaschinenbauer Union will sich vor allem durch niedrige Preise am Markt behaupten. Nach Angaben des Unternehmens geht die Strategie auf: Der Umsatz soll dieses Jahr konstant bleiben.

Von Gunnar Knüpffer

CHEMNITZ. Mit konsequenter Senkung der Maschinenkosten und einer Restrukturierung kann Union in Chemnitz seine Maschinen nun um 20 bis 30 % preiswerter als zuvor verkaufen. Dadurch hätten sie heute eine „ganz andere Verdängungskraft“ und würden „viel mehr Aufträge gegen die internationale Konkurrenz gewinnen“, meint Union-Geschäftsführer Gerhard Glanz, auch gegen osteuropäische oder asiatische Konkurrenz.
Im ersten Halbjahr 2009 hatten die Chemnitzer wie die gesamte Branche unter schweren Auftragseinbrüchen gelitten. Die Geschäftsleitung hatte nach eigenen Angaben bereits Anfang 2009 die Entwicklung kommen sehen und mit zielgerichteten Maßnahmen begonnen. „Unsere gesamte Mannschaft hat das Unternehmen komplett umgekrempelt, jede einzelne Kostenposition durchleuchtet und über ihren Sinn grundsätzlich beziehungsweise der Höhe nach befunden“, sagte Glanz. „Viele dieser Positionen konnten entweder zur Gänze gestrichen oder nachhaltig und in nennenswerten Größenordnungen reduziert werden.“ Glanz setzt auf das Prinzip Design-To-Cost, wobei die Maschinen von zusätzlichen, nicht unbedingt notwendigen Eigenschaften befreit werden.
Darüber hinaus verdoppelte der Union-Geschäftsführer das Marketing-Budget. Dadurch hätten neue Märkte erobert und vorhandene besser bearbeitet werden können. Das Ergebnis seien Zuwächse in der Kundenkartei, teilte Glanz mit.
Diese führen das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 laut Union wieder zum gleichen Umsatz wie in den vergangenen drei Jahren. Dieser Umsatz von 35 Mio Euro reiche den Sachsen aber nicht, sie wollen die Weichen stellen für Wachstum im Jahr 2011 und danach. Denn mittelfristig sei das Unternehmen für einen Umsatz von 70 bis 80 Millionen Euro gut, hatte  Glanz im Januar vergangenen Jahres gesagt.
Union erwirbt derzeit neue Bearbeitungsmaschinen für die eigene Fertigung  und erhöht die Fertigungstiefe im Gegensatz zu anderen Herstellen. Zudem sucht der Maschinenbauer neue Mitarbeiter und auch eine Akquisition zwecks Expansion sei nicht ausgeschlossen, heißt es von Union.
Bei Union waren Investitionen durch den Einstieg der niederländischen Nimbus-Gruppe möglich geworden. Der Mehrheitsgesellschafter, der strategisch orientiert ist, möchte, dass das Unternehmen künftig weiter wächst. Aber auch die Mitarbeiter sind am Unternehmen beteiligt: Sie halten über eine Mitarbeiterbeteiligungs-GmbH rund 26 % der Anteile.