Klaus Schäfer Uniper

Klaus Schäfer: "Es werden Stellen in einer nennenswerten Größenordnung wegfallen. Andernfalls sind wir in dem schwierigen Marktumfeld nicht wettbewerbsfähig." - Bild: Uniper

"Es werden Stellen in einer nennenswerten Größenordnung wegfallen. Andernfalls sind wir in dem schwierigen Marktumfeld nicht wettbewerbsfähig", sagte Uniper-Chef Klaus Schäfer der "Rheinischen Post".

Betriebsbedingte Kündigungen schloss Schäfer nicht aus. "Wir wollen den Stellenabbau sozialverträglich gestalten und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden, ausschließen können wir sie als letztes Mittel nicht." Uniper hat derzeit 14.000 Mitarbeiter, davon 5.000 in Deutschland.

Nach Gewerkschaftsangaben dringt das Management auf Lohnkürzungen und will insgesamt eine halbe Milliarde Euro einsparen. Auf die Frage, ob er wie RWE die Gehälter um 25 Prozent senken wolle, sagte Schäfer: "Wir müssen unsere Kosten deutlich senken und prüfen deshalb alle möglichen Optionen."

Verkauf von Unternehmensteilen

Uniper leidet unter dem Verfall der Strompreise und der schwachen Kapitalausstattung durch Eon. "Wir gehen mit 4,7 Milliarden Euro Nettoschulden an den Start. Das ist auf Dauer zu viel", sagte Schäfer. Deshalb treibt er den Verkauf von Unternehmensteilen voran. "In Frage kommen nur Teile, deren Verkauf nicht die Gesamtstrategie in Frage stellen würde." Gerne würde er das Brasilien-Geschäft verkaufen: "Gerne, nur sehe ich derzeit keinen Käufer, der bereit ist, uns dafür nennenswerte Summen zu bezahlen." Das Russland-Geschäft sei dagegen Kerngeschäft: "In Russland leiden wir unter dem schwachen Rubel, operativ ist das Geschäft gesund. Russland ist für Uniper ein wesentlicher Markt."

Eon hatte Ende 2014 angekündigt, sich angesichts der Umwälzungen auf den Strommärkten in zwei Teile aufzuspalten. Der Konzern verdient mit seinen konventionellen Kraftwerken angesichts sinkender Börsenstrompreise immer weniger Geld. Während Uniper sich um das konventionelle Geschäft kümmert, konzentriert sich Eon auf die erneuerbaren Energien, den Vertrieb und das Netzgeschäft. Der Konzern will Uniper im September an die Börse bringen.

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