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Der Kläger unterstellt, dass Bosch von den Abgasmanipulationen an rund elf Millionen Dieselfahrzeugen des Volkswagen-Konzerns wusste. - Bild: Bosch

In der am Montag bei einem US-Bundesgericht in Michigan eingereichten Klageschrift bezichtigt der Kläger den Bosch-Konzern, mit Volkswagen eine verschwörerische Gemeinschaft gebildet zu haben.

Zwar habe der Zulieferer seinen Kunden Volkswagen im Jahr 2007 davor gewarnt, eine zu Manipulationen geeignete Software in Serienfahrzeugen einzusetzen, heißt es in der Klage, die Dow Jones Newswires eingesehen hat. Bosch habe dies aber nicht davon abgehalten, die entsprechenden Komponenten elf Millionen Mal zu verkaufen oder zu lizenzieren.

Der Kläger unterstellt damit, dass Bosch von den Abgasmanipulationen an rund elf Millionen Dieselfahrzeugen des Volkswagen-Konzerns wusste. Dies allerdings ist bislang nicht öffentlich belegt. Zwar hat Bosch zugegeben, Teile eines Systems zur Abgasnachbehandlung in den betroffenen Fahrzeugen geliefert zu haben. Womöglich waren Bosch-Ingenieure aber nicht darüber informiert, dass Volkswagen zur Steuerung des Systems auch in Serienfahrzeugen die Manipulationssoftware einsetzte. Ein Bosch-Sprecher lehnte es am Donnerstag ab, die US-Klage zu kommentieren.

Dass auch Bosch in einen Rechtsstreit um den Abgasskandal verwickelt wird, ist kaum überraschend. Schon kurz nach Bekanntwerden der Manipulationen war öffentlich geworden, dass Bosch wichtige Teile der betroffenen Abgassysteme geliefert hatte. Zudem ist an amerikanischen Gerichten längst eine große Zahl von Klagen wegen des Skandals anhängig. Diese richten sich in der Regel allerdings gegen Volkswagen und hochrangige Manager des Autoherstellers. Auch im Fall der am Montag in Michigan eingereichten Klage gehört außer dem Bosch-Konzern Volkswagen zu den Beklagten.