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Die US-Behörden haben Bedenken hinsichtlich einer Übernahme von Aixtron durch die chinesische Grand Chip Investment. - Bild: Aixtron

Daher solle dem US-Präsidenten empfohlen werden, die Freigabe nicht zu erteilen, da nach Ansicht von CFIUS keine angemessene Möglichkeit bestehe, den nationalen Sicherheitsbedenken mittels der bisher vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen zu begegnen. Daher habe CFIUS den Parteien nahegelegt, die gesamte Transaktion aufzugeben.

Doch sowohl Aixtron als auch Grand Chip Investment haben entschieden, dieser Rücknahmeempfehlung nicht nachzukommen, teilten die Unternehmen am Freitagabend mit. Sie wollten vielmehr weiter aktiv auf dem Verhandlungswege nach geeigneten Abhilfemaßnahmen zu suchen, die es CFIUS oder dem US-Präsidenten ermöglichen, die US-nationalen Sicherheitsbedenken auszuräumen, oder sonstige Lösungen zu finden, die die Parteien in die Lage versetzen, die Transaktion durchzuführen.

Aixtron und Grand Chip Investment können nicht garantieren, dass CFIUS oder der US-Präsident einen weiteren Dialog mit den Parteien führen werden oder dass die Parteien geeignete Abhilfemaßnahmen oder sonstige Maßnahmen identifizieren und vereinbaren werden können, um die Transaktion durchzuführen, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Ankündigung von Aixtron deutet nicht nur daraufhin, dass die USA ernsthafte Bedenken bei dem Deal im Volumen von 670 Millionen Euro haben. Das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) will dem US-Präsidenten empfehlen, die Übernahme nicht zu genehmigen. Aixtron hat auch nur noch wenig Zeit, die USA doch noch vom Gegenteil zu überzeugen: Schon in 13 Kalendertagen soll Barack Obama eine Entscheidung treffen.

Informierte Personen, die mit den CFIUS-Arbeiten vertraut sind, gehen davon aus, dass eine neue, besonders effiziente Halbleitertechnologie auf Basis von Galliumnitrid der Grund für den massiven Gegenwind aus den USA sein könnte.

Sprecher des CFIUS, die dem US-Finanzministerium unterstellt ist, waren zunächst nicht zu erreichen. Ein Sprecher von Fujian Grand Chip Investment wollten sich zu dem Thema nicht äußern.

Die Galliumnitrid-Technologie kann zur Verbesserung von Militäranwendungen, wie Radarsensoren, dienen und deren Leistungsfähigkeit erhöhen, indem weniger Strom verbraucht wird. Das Pentagon hat erheblich auf die Verwendung von Galliumnitrid gesetzt, um die Leistungsfähigkeit einiger ihrer ausgefeiltesten Waffensysteme zu verbessern.

Aixtron verkauft seit Jahren Produkte auf Basis der Galliumnitrid-Technologie auch an Unternehmen wie den US-Rüstungskonzern Northrop Grumman. Northrop hat genauso wie der Rivale Northrop Verträge mit dem US-Militär inklusive Produkte mit der Galliumnitrid-Technologie.