Richard Grenell

Der US-Botschafter Richard Grenell ist zufrieden, dass die US-Regierung erreicht hat, was sie wollte: Den schrittweisen Rückzug deutscher Unternehmen aus dem Irak. - Bild: US-Botschaft und Konsulate in Deutschland

"Wir sind sehr zufrieden, dass die deutschen Unternehmen sich entschieden haben, die US-Sanktionen zu befolgen", sagte Grenell in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Den noch im Iran aktiven Unternehmen warf er indirekte Mitfinanzierung von Terror vor: "Wenn man Geschäfte mit dem Iran macht, gibt man dem iranischen Regime Geld, das enorme Mengen Geld für terroristische Aktivitäten ausgibt."

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai den Ausstieg aus dem mühsam ausgehandelten Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe erklärt und Sanktionen schrittweise wieder in Kraft gesetzt. Der Iran sowie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und China versuchen die Vereinbarung trotzdem noch zu retten. Kern des Abkommens ist der Verzicht des Irans auf eine militärische Nutzung seines Atomprogramms. Im Gegenzug hatte der Westen dem autoritär regierten Land ein Ende der wirtschaftlichen Isolation versprochen.

Deutsche Wirtschaft beklagt US-Sanktionen

Die deutsche Wirtschaft klagt aber nun über eine deutliche Wirkung der US-Sanktionen im Finanz- und Logistiksektor und ist auf dem Rückzug aus dem Iran-Geschäft. "Deutsche Unternehmen ziehen sich angesichts der aktuellen Lage vermehrt aus der Islamischen Republik zurück und schließen ihre Repräsentanzen", sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), kürzlich. "Das Irangeschäft läuft Gefahr, gänzlich zum Erliegen zu kommen."

Aus Sicht Grenells müssen sich die europäischen Unternehmen zwischen Geschäften in den USA oder im Iran entscheiden. "Was wir hören ist, dass deutsche Unternehmen sich mit extremer Begeisterung auf dem US-Markt engagieren", sagte Grenell. "Ich glaube nicht, dass Unternehmen eine erfolgreiche Wachstumsstrategie verfolgen, wenn sie den US-Markt zugunsten eines instabilen, schrumpfenden iranischen Marktes ignorieren."