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US-Präsident Donald Trump lege Wert auf "freien und fairen Handel", sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin. - Bild: Pixabay

"Wir wollen keinen Handelskrieg", betonte Mnuchin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Schäuble. "Der Präsident glaubt an freien Handel - aber der Handel muss auch fair sein." Trump lege Wert darauf, dass die Abkommen auf Wechselseitigkeit beruhten, und es gebe dort Bereiche, in denen noch Verbesserungsbedarf bestehe.

Mnuchin bekannte sich zudem langfristig zu einem starken US-Dollar. "Ein starker Dollar ist langfristig etwas Gutes", erklärte er. Zu kurzfristigen Bewegungen wolle er sich nicht äußern, auch wenn der hohe Dollar kurzfristig "bestimmte Fragen aufwerfen" könnte. Es sei aber wichtig, dass Länder ihre Währungen nicht manipulierten.

Zu der umstrittenen Grenzausgleichssteuer sei noch keine Entscheidung getroffen. Derzeit würden die "Vorteile und Nachteile" dieser Importsteuer diskutiert. Zur Bankenregulierung schaue sich die Trump-Administration derzeit an, "was sinnvoll ist". Trump selbst freue sich schon auf den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag, erklärte Mnuchin auch.

 G20-Finanzminister treffen sich in Baden-Baden


Schäuble bezeichnete das Gespräch mit dem neuen US-Finanzminister als "konstruktive, offene Diskussion". Er habe mit Mnuchin "klar verabredet, dass wir zusammenwirken, um den internationalen Prozess weiter voranzubringen", sagte der Bundesfinanzminister. Dies sei auch eine wichtige Botschaft für das am Freitag in Baden-Baden beginnende Finanzministertreffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20). Beide Länder stimmten überein, "dass wir gemeinsam und auch international zusammenarbeiten, um den Prozess der Stabilisierung der Finanzmärkte nach schwierigen Erfahrungen in den früheren Zeiten erfolgreich fortsetzen".

Mnuchin wird ab Freitag auch an dem Finanzministertreffen der G20 in Baden-Baden teilnehmen. Weil es die erste internationale Konferenz ist, bei der der neue US-Finanzminister auftritt, wird von der Zusammenkunft vor allem Aufschluss darüber erwartet, welchen Kurs die USA in Steuer- und Finanzfragen tatsächlich einschlagen werden - und mit welcher Haltung die übrigen Staaten darauf reagieren.

Schäuble hatte sich jüngst optimistisch gezeigt, dass die USA beschlossene Regulierungen des Finanzmarktes nicht grundsätzlich zurückdrehen werden, und "gemeinsamem Grund" mit Washington gesehen, was ein Festhalten an den Lehren aus der letzten Finanzkrise angehe - auch wenn Mnuchin "noch nicht in allen Punkten abgeschlossene Meinungsbildungen der amerikanischen Administration haben" werde. Die G20, deren Vorsitz Berlin derzeit führt, hätten aber die Aufgabe, "in schwierigen Zeiten einen möglichst großen Beitrag zu mehr globaler Zusammenarbeit zu leisten".