US-Höchststrafe für VW beträgt offenbar nur 7,4 Milliarden Dollar 1

Nach einer Rechnung des Analysten Max Warburton sehen die EPA-Regeln deshalb im Volkswagen-Fall eine Höchststrafe von insgesamt rund 7,4 Milliarden Dollar vor. Bislang waren viele Beobachter davon ausgegangen, Volkswagen könne in den USA eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar treffen.

Die von der EPA in dem öffentlich zugänglichen Dokument "Clean Air Act Mobile Source Civil Penalty Policy" beschriebenen Strafbestimmungen regeln eine Vielzahl von Spezialfälle: Sie sehen etwa Zusatzstrafen für besonders verwerfliche Verstöße gegen die Schadstoffregeln vor und legen Strafabstufungen je nach Größe eines betroffenen Unternehmens fest. Zudem machen die Bestimmungen deutlich, dass im Fall einer Vielzahl betroffener Fahrzeuge eine Art Strafrabatt gilt.

Die bislang weit verbreitete Annahme, nach der Volkswagen wegen der Abgasmanipulationen mit einer Strafe von bis zu 37.500 Dollar für jedes der rund 482.000 in den USA betroffenen Fahrzeuge rechnen muss, nennt der Bernstein-Analyst Warburton vor dem Hintergrund "fehlerhaft". Er weist allerdings auch darauf hin, dass sich die Kosten des Skandals für Volkswagen nicht allein aus einer möglichen US-Strafe ergeben. Es dürften etwa Schadensersatzforderungen in kaum zu beziffernder Höhe und Bußen in anderen Ländern hinzukommen.

Volkswagen und die EPA waren für Stellungnahmen zunächst nicht zu erreichen.