Volkmar Denner Bosch

Die zuletzt vor Gericht verhandelte Sammelklage gegen VW wird laut "Spiegel" aufgrund dieser neuen Informationen erweitert und damit nun konkret gegen Bosch und Konzernchef Volkmar Denner (Bild) gerichtet. - Bild: Bosch

Wie der "Spiegel" unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, bereiten Anwälte in den USA "einen gezielten Angriff" gegen Bosch vor. Sie werfen dem Unternehmen eine Mittäterschaft in der Abgasaffäre vor. Bosch will sich nach eigener Aussage gegen mögliche Schadenersatzforderungen wehren.

Im Prozess gegen Volkswagen sind laut "Spiegel" Beweise gegen Bosch aufgetaucht, aufgrund derer die Kläger nun die Klageschrift nachbessern und so den Prozess neu aufrollen wollen. Demnach habe Volkswagen im gerade abgeschlossenen Verfahren offenbar Schriftwechsel mit Bosch-Managern vorgelegt, die den Stuttgarter Autozulieferer belasten.

Die zuletzt vor Gericht verhandelte Sammelklage gegen VW wird laut "Spiegel" aufgrund dieser neuen Informationen erweitert und damit nun konkret gegen Bosch und Konzernchef Volkmar Denner gerichtet. Die neuen Beweise aus dem VW-Prozess lieferten den nötigen Stoff, um Bosch eine Mittäterschaft nachzuweisen. "Unterlagen belegen, dass Bosch wusste, wofür die Software zur Motorsteuerung genutzt werden sollte", sagte ein Informant laut "Spiegel".

Klage konkret gegen Bosch und Konzernchef Denner

Ein Bosch-Sprecher sagte auf Anfrage: "Wir sind nicht Teil des Vergleichs von Volkswagen und deshalb geht dieser Prozess für uns weiter. Wir werden uns aber entschieden gegen die gegen uns erhobenen Vorwürfe wehren."

In den USA sind rund 475.000 Zweilitermotoren von Manipulationen der Abgaswerte durch Volkswagen betroffen, für die Bosch die Software geliefert hatte. Weltweit stellen die mit Bosch-Programmen ausgestatteten Autos die weitaus größte Mehrheit der rund elf Millionen manipulierten Fahrzeuge.

Im Prozess gegen Volkswagen waren 22 Kanzleien beteiligt, die auch stellvertretend für weitere Anwälte Ansprüche mehrerer Tausend betroffener Autobesitzer vertreten. Unter diesen Anwaltskanzleien arbeiten laut Spiegel einige nun die Klageänderungsschrift aus.

Sie basiert auf der ursprünglichen Klage, die sich gegen VW und Bosch richtete, und erweitert diese um zusätzliches Beweismaterial. Sie solle in den nächsten Monaten an den zuständigen US-Richter Charles Breyer gehen. Breyer hatte die Verhandlungen bisher auf Volkswagen als Haupttäter konzentriert. Im Laufe dieses Verfahrens tauchten nun die neuen Dokumente auf, die Bosch gefährlich werden könnten.

Die Top 10 der Automobilzulieferer weltweit

  • Michelin

    Michelin, der Reifenhersteller aus Frankreich belegt Platz zehn. Der Umsatz von 21.199 Millionen Euro reichte nicht aus, um den neunten Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen. - Bild: Michelin

  • Johnson Controls

    Als einzige US-amerikanische Firma in den Top Ten kommt Johnson Controls auf Platz neun. Der Hersteller von Sitzen und Start-Stopp-Batterien setzte 23.866 Millionen Euro um – und rutschte damit im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze ab. - Bild: Johnson Controls

  • Bridgestone/Firestone

    Der weltweit größte Reifenhersteller Bridgestone/Firestone aus Japan erreicht mit einem Umsatz 24.094 Millionen Euro Platz acht. - Bild: Bridgestone/Firestone

  • Aisin

    Von Platz acht auf Platz sieben konnte sich Aisin verbessern. Der Hersteller von Getriebe, Bremssystemen, Karosserie- und Motorenteilen setzte 24.104 Millionen Euro um. - Bild: Aisin

  • ZF Friedrichshafen

    Einen großen Sprung machte ZF Friedrichshafen, der Konzern verbesserte sich von Platz elf in 2014, auf jetzt Platz sechs mit einem Umsatz von 27.434 Millionen Euro. ZF stellt Fahrwerks- und Antriebssysteme, aber auch Elektronik und Software her. - Bild: ZF Friedrichshafen

  • Hyundai Mobis

    Cockpit-, Frontend- und Chassismodule aus Südkorea: Hyundai Mobis belegt mit einem Umsatz von 28.096 Millionen Euro Platz fünf. - Bild: Hyundai Mobis

  • Magna

    Den vierten Platz macht Magna: Der kanadische Konzern stellt hauptsächlich Karosserie- und Fahrwerksysteme sowie Exterieur-Ausstattungen her. Der Umsatz betrug 29.408 Millionen Euro. - Bild: Magna

  • Denso

    Der japanische Hersteller Denso belegt mit einem Umsatz von 34.292 Millionen Euro Platz drei. Das Unternehmen produziert Klimasysteme, Motorsteuerungen und Human-Machine-Interfaces. - Bild: Denso

  • Continental

    Wie im Vorjahr auf Platz zwei: Continental. Der Umsatz des Reifenherstellers, der auch Brems-, Fahrwerk- und Sicherheitssysteme produziert, betrug 39.232 Millionen Euro. - Bild: Continental

  • Bosch

    Den ersten Platz belegt Bosch. Der Hersteller von Antriebs-, Sicherheits- und Komfortsystemen nimmt den Spitzenplatz ein, so wie bereits im letzten Jahr. Der Umsatz betrug 41.700 Millionen Euro. - Bild: Bosch