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Aus dem Zusammenschluss ginge ein Unternehmen mit einem Umsatz von rund 5,8 Mrd Dollar hervor, das eine starke Präsenz in Europa und den Wachstumsmärkten, insbesondere in China, hätte (Bild: Demag Cranes).

Von Barbara Millner und Eyk Henning, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones)–Gut ein halbes Jahr nach ersten Übernahmespekulationen um den Kranhersteller Demag Cranes hat sich am Montag der amerikanische Baumaschinenhersteller Terex aus der Deckung gewagt. Terex kündigte am Montagmorgen eine Offerte von 41,75 Euro je Aktie bzw insgesamt rund 884 Mio Euro für den MDAX-Konzern an.

Das Angebot stößt bei der Demag-Konzernleitung offenbar nicht auf Gegenliebe. Wie ein Sprecher von Terex sagte, richtet man sich mit der Offerte direkt an die Aktionäre, weil Gespräche mit dem Demag-Management über einen Zusammenschluss ergebnislos verlaufen sind.

Demag Cranes hat sich bislang nicht zu der Offerte geäußert, für die Terex eine Annahmequote von 51% festgelegt hat. Das Unternehmen aus Düsseldorf steht unter Zugzwang. Im Februar war es von seinem zweitgrößten Anteilseigner, dem Hedgefonds Centaurus Capital, aufgefordert worden, umgehend eine Fusion mit einem Konkurrenten zu prüfen.

“Die Geschäftsbereiche von Demag und Terex ergänzen sich ausgezeichnet. Diese Transaktion folgt damit einer klaren strategischen Logik”, wirbt Terex für das eigene Angebot. Bei der Transaktion gehe es “eindeutig um Wachstum und nicht um Kosteneinsparungen”. Aus dem Zusammenschluss von Terex und Demag Cranes ginge ein Unternehmen mit einem Umsatz von rund 5,8 Mrd Dollar hervor, das eine starke Präsenz in Europa und den Wachstumsmärkten, insbesondere in China, hätte.

Terex stellt Hubarbeitsbühnen, Baumaschinen und Krane her und erwirtschaftete 2010 mit rund 16.300 Mitarbeitern einen Nettoumsatz von etwa 4,4 Mrd Dollar. Deutschland ist für den Konzern der zweitgrößte Markt und die zweitgrößte Produktionsbasis. Die Düsseldorfer Demag Cranes bietet Industriekrane, Krankomponenten, Hafenkrane und Technologien zur Hafenautomatisierung an.

Am Morgen hatte die in Connecticut ansässige Terex das Übernahmeangebot bei der Finanzaufsicht BaFin eingereicht, die nun rund zwei Wochen Zeit zur Prüfung der Offerte hat. Segnet die Behörde das Gebot ab, kann Terex es noch im Mai offiziell unterbreiten.

Für die Anleger kam die Nachricht überraschend: Die Demag-Cranes-Aktie reagierte im frühen Handel mit einem 22-prozentigen Kurssprung und notiert bereits bei 44,25 Euro, also über dem Terex-Angebot. Marktbeobachter rechnen folglich damit, dass der finnische Wettbewerber Konecranes ein höheres Angebot vorlegt. Sprecher Miikka Kinnunen von Konecranes wollte sich am Montagvormittag nicht zu der Angelegenheit äußern.

Wie aus der Terex-Mitteilung vom Montag hervorgeht, stellt der angebotene Preis eine Prämie von 41% auf den letzten Aktienkurs vor dem Aufkommen von Übernahmespekulationen am 6. Oktober 2010 dar. Seinerzeit war das Interesse der finnischen Konecranes an dem Kranhersteller bekannt geworden.

“Auf den ersten Blick ist eine Prämie von 17% auf den Durchschnittskurs der letzten drei Monate kein Reißer”, sagte ein Frankfurter Händler in einer ersten Reaktion. Allerdings dürften nun die Wettbewerber von Demag Cranes und Terex gerüchteweise wieder mit Gegenangeboten ins Spiel gebracht werden, allen voran die finnische Konecranes. Bei 41,75 Euro dürfte deshalb das letzte Wort noch nicht gesprochen worden sein.

“Es war klar, dass bei der fortgesetzten Aktienmarkt-Rally das Gebot irgendwann kommen würde”, sagte ein weiterer Marktbeobachter. Die Caterpillar-Aktie sei am Freitag auf ein Allzeithoch gestiegen. Konecranes werde nun “mit Sicherheit nachziehen”.