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Der Ärger über die Einreiseverbote des amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat fast die gesamte US-Unternehmenswelt erfasst. Auch Ford-Boss Mark Fields protestiert. - Bild: Ford

Ford-Chef Mark Fields verurteilte die Einreiseverbote für Muslime aus sieben Ländern scharf. Er bezeichnete den Schritt als Schlag ins Gesicht der eigenen Unternehmenswerte.

"Respekt für alle Menschen ist Kernwert für Ford und wir sind stolz auf unsere reiche Vielfalt hier zu Hause und rund um den Globus", heißt es in der Mitteilung weiter. Deswegen würde Ford diese Trump-Politik nicht unterstützen. Fields' Kommentar markiert bereits eine merkliche Abkühlung im Verhältnis Fords zum neuen starken Mann der USA. Früher hatte Fields Trump dafür gelobt, eine wirtschaftsfreundliche Politik umzusetzen.

Selbst Goldman macht gegen Weißes Haus mobil

Der US-türkische Chef von Coca-Cola, Muhtar Kent, blies ins gleiche Horn. Er halte an Vielfalt, Fairness und Inklusion fest. Gegen das Einreiseverbot sprach er sich energisch aus. Der Getränkekonzern muss nach eigenen Angaben auch erst einmal klären, inwieweit er von den umstrittenen Maßnahmen betroffen ist. Selbst die großen Trump-Gewinner von Goldman-Sachs schimpfen über das Dekret. Dessen Chef Lloyd Blankfein stellte klar: "Vielfältig zu sein, ist nicht einfach nur eine Option." Vielfalt müsse immer gelten.

Derweil verteidigt das Weiße Haus die neuen Regeln. Trump machte schon einmal vorsorglich die Fluggesellschaft Delta und die Demonstranten für die Reisestörungen verantwortlich. Bereits am Wochenende hatte die Tech-Branche gegen Trumps Entscheid mobil gemacht und die vorsichtige Annäherung wieder aufgekündigt. Alphabet, Apple, Facebook, Microsoft, Uber und andere Firmen warnten vor den Auswirkungen des Einreiseverbots auf ihre Mitarbeiter. Viele Unternehmenschefs meinen, ihre persönlichen Werte und auch die ihrer Konzerne seien verletzt worden.

Amazon-Chef prüft rechtliche Schritte

Allein bei Google demonstrierten zuletzt 2.000 Mitarbeiter in acht US-Büros gegen Trump. Google-Gründer Sergey Brin und CEO Sundar Pichai kritisierten Trump für seinen Erlass scharf. Mit am schärfsten protestierte Amazon-Chef Jeff Bezos. Er will mit Abgeordneten und sogar Vertretern von Bundesstaaten womöglich rechtlich gegen Trump vorgehen. Alle Amazon zur Verfügung stehenden Mittel stünden hinter den eigenen von dem Einreiseverbot betroffenen Mitarbeitern.

Doch für ihre Zivilcourage droht den Konzernchefs bereits Ungemach. Starbucks ist mit einem möglichen Boykott konfrontiert, nachdem dessen Chef Howard Schultz als Reaktion auf Trumps Verbot gegen Muslime, die Einstellung von 10.000 Flüchtlingen weltweit in den nächsten fünf Jahren versprach. Auf Twitter waren die Boykott-Aufrufe ein echter Renner. Manche Kunden stoßen sich daran, dass Jobs an Menschen gehen, die nicht US-Bürger sind.

Flüchtlinge Opfer von Gewalt

Die griechische Joghurt-Marke Chobani beschäftigt rund 300 Flüchtlinge aus Südostasien, Afrika und dem Nahen Osten in Fabriken in den Bundesstaaten New York und Idaho. Deren Chef Hamdi Ulukaya, der 1994 aus der Türkei in die USA kam, stellt seit 2010 vermehrt Flüchtlinge ein. Dafür erntet er sowohl Lob als auch Kritik. Die 65 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht seien, litten unter Gewalt und keiner politischen Krise. Zuallererst handele es sich um eine humanitäre Krise, schrieb Ulukaya nach Trumps Einreiseverboten an seine Mitarbeiter.