Volkswagen Logo,Dieselgate,USA

US-Richter Charles Breyer hat Volkswagen eine Zustimmung zum Vergleich signalisiert, den der Konzern mit der Regierung und den Anwälten geschädigter Kunden ausgehandelt hat. - Bild: Pixabay

Der zuständiger Richter des Bundesbezirksgerichts in San Francisco sei "stark geneigt, der 14,7 Milliarden Dollar teuren Übereinkunft zwischen Vertretern von Volkswagen, US-Autokäufern und Behörden zuzustimmen". Breyer wolle aber die Einwände abwägen, über mögliche Änderungen nachdenken und bis spätestens Dienstag kommender Woche eine finale Entscheidung fällen.

Insgesamt soll Volkswagen nach der schon vor Wochen ausgehandelten Einigung bis zu rund 16 Milliarden US-Dollar aufwenden, um die betroffenen Kunden, Autohäuser und die Allgemeinheit in den USA für die Manipulation von Abgaswerten zu entschädigen. Die Vereinbarung mit den Händlern hat ein Volumen von 1,2 Milliarden Dollar.

Endgültige Entscheidung fällt aber erst am Dienstag

Die Einigung sieht allein zur Entschädigung der Käufer von betroffenen Zwei-Liter-Dieselfahrzeugen in den USA Zahlungen von bis zu 10,03 Milliarden Dollar vor. Mit dem Geld soll Volkswagen je nach Wahl der Kunden die Autos entweder zurückkaufen oder - sofern die Behörden dies genehmigen - umbauen. In dem Betrag sind zudem direkte Geldzahlungen an die Autobesitzer enthalten. Die Beträge zur Wiedergutmachung sollen je Kunde zwischen 5.100 und rund 10.000 Dollar liegen.

Zudem soll Volkswagen mindestens 2,7 Milliarden Dollar in einen Umweltfonds einzahlen. Mit dem Geld wollen US-Behörden etwa Truck-Besitzer beim Kauf eines umweltfreundlicheren neuen Lastwagens unterstützen oder alte, viel Schadstoff ausstoßende Schulbusse ersetzen.

Weitere 2 Milliarden Dollar muss Volkswagen laut dem Vergleich gestreckt über zehn Jahre für Initiativen zur Förderung von Nullemissionsautos ausgeben. Mit Hilfe des Geldes könnten etwa Ladesäulen für Elektroautos entstehen, heißt es in dem Einigungspapier. Auch in ein "markenneutrales" Bildungsprogramm zur Information über Elektroautos könnte das Geld den Angaben zufolge fließen.

Ende des Dieselgate noch lange nicht in Sicht

Zusammen mit Entschädigungen an rund 650 amerikanische Volkswagen-Händler summieren sich die Zahlungen auf bis zu rund 16 Milliarden Dollar. Es ist aber schon absehbar, dass sich die Kosten des Abgasskandals für Volkswagen in den USA noch weiter erhöhen. Ungeklärt ist etwa, wie Volkswagen die Käufer von betroffenen Drei-Liter-Dieselfahrzeugen entschädigen will. Dazu ist eine Anhörung am 3. November vorgesehen. Zudem erwarten Beobachter, dass die amerikanische Justiz gegen Volkswagen eine hohe Strafe verhängt. Darüber hinaus haben mehrere US-Bundesstaaten eigene Klagen gegen den Autokonzern angekündigt.

Auch außerhalb der USA drohen Volkswagen Forderungen von Kunden und Behörden. Dort dürften die Zahlungen aber deutlich geringer ausfallen. Etwa für Europa, wo Volkswagen viel mehr betroffene Dieselautos verkauft hat, plant der Autohersteller kein Wiedergutmachungsprogramm vom Ausmaß der US-Entschädigungen: Die Stickoxidgrenzwerte seien in den USA viel strenger, teilte das Unternehmen dazu schon im Juni mit.

Volkswagen ist außerdem den Forderungen von Aktionären ausgesetzt. Sie bemängeln vor allem, Volkswagen habe zu spät über den Abgasskandal informiert, und fordern einen Ausgleich für Kursverluste. Der Autokonzern behauptet, sich an die Regeln der Aktiengesetze gehalten zu haben.

Volkswagen hat für die Kosten des Abgasskandals in der eigenen Bilanz bislang Rückstellungen von 17,8 Milliarden Euro gebildet.

Von Müller bis Witter: Die VW-Vorstände 2016

  • Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG. - Bild: VW

    Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG. - Bild: VW

  • Dr. Christine Hohmann-Dennhardt, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Integrität und Recht (bis Ende Januar 2017). - Bild: VW

    Dr. Christine Hohmann-Dennhardt, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Integrität und Recht (bis Ende Januar 2017). - Bild: VW

  • Dr. Karlheinz Blessing, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Personal und Organisation. - Bild: VW

    Dr. Karlheinz Blessing, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Personal und Organisation. - Bild: VW

  • Dr. Herbert Diess, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Pkw. - Bild: VW

    Dr. Herbert Diess, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Pkw. - Bild: VW

  • Jochem Heizmann, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich China. - Bild: VW

    Jochem Heizmann, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich China. - Bild: VW

  • Andeas Renschler, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge. - Bild: VW

    Andeas Renschler, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge. - Bild: VW

  • Francisco Javier Garcia Sanz, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Beschaffung. - Bild: VW

    Francisco Javier Garcia Sanz, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Beschaffung. - Bild: VW

  • Rupert Stadler, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Vorsitzender des Vorstands der Audi AG. - Bild: VW

    Rupert Stadler, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Vorsitzender des Vorstands der Audi AG. - Bild: VW

  • Hiltrud Werner, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Integrität und Recht (ab Februar 2017). - Bild: VW

    Hiltrud Werner, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Integrität und Recht (ab Februar 2017). - Bild: VW

  • Frank Witter, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Finanzen und Controlling. - Bild: VW

    Frank Witter, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, Geschäftsbereich Finanzen und Controlling. - Bild: VW