Jeep, Grand Cherokee, Diesel

Die Abgaswerte der 3,0-Liter-Dieselmotoren aus dem Fiat-Chrysler-Konzern, die unter anderem bei Konzerntochter Jeep zum Einsatz kommen, sollen manipuliert worden sein. Bild: Jeep

Fiat-Chrysler muss sich in den USA Vorwürfen wegen manipulierter Abgaswerte erwehren. Die US-Umweltbehörde bezichtigt den italienisch-amerikanischen Autobauer der Verwendung unzulässiger Software zur Verfälschung der Emissionswerte.

Das teilte die US-Umweltbehörde EPA mit. Die Vorwürfe beziehen sich auf rund 104.000 Fahrzeuge der Marken Jeep und Dodge mit 3,0-Liter-Dieselmotoren.

Die Aktie von Fiat-Chrysler brach an der Börse Mailand um rund 18 Prozent ein. Im US-Handel wurde die Aktie nach einem Rückgang um 16 Prozent ausgesetzt.

Bei Fiat-Chrysler ist man laut Konzernmitteilung der Ansicht, dass die Abgaskontrollsysteme den regulatorischen Vorgaben entsprechen. Das Unternehmen habe der EPA über Monate umfangreiche Informationen zur Verfügung gestellt und Vorschläge gemacht, um die Vorwürfe der Behörde zu entkräften.

Die EPA hatte auch bei der Aufklärung des VW-Dieselgates eine wichtige Rolle gespielt. Bereits 2015 hatte der OEM auf Druck der Behörde zugegeben, in weltweit rund elf Millionen Autos eine Software zur Manipulation der Abgaswerte (Defeat Device) installiert zu haben. Schon vor mehreren Monaten hatte sich die EPA geweigert, die FCA-Dieselmodelle des Modelljahrs 2017 zum Verkauf in den USA freizugeben. Die Fahrzeuge aus dem Modelljahr 2016 durfte der Konzern aber weiterhin verkauften.

Der Verdacht gegen Fiat-Chrysler besteht schon länger - nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Die EPA hatte nach Bekanntwerden der Manipulationen bei VW angekündigt, alle in den USA angebotenen Dieselmodelle zu überprüfen. Ähnliche Nachprüfungen hatte auch das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) durchgeführt. Auch dabei waren Modelle des Fiat-Chrysler-Konzerns mit Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Der Autobauer folgte einer Vorladung ins Verkehrsministerium jedoch nicht, sondern erklärte, das italienische Ministerium sei zuständig.

Wie aus übereinstimmenden Medienberichten hervorgeht, droht Fiat-Chrysler eine Strafe von bis zu 37.500 Dollar pro Fahrzeug, sollte Fiat Chrysler der Einsatz illegaler Software nachgewiesen werden können. VW musste durchschnittlich 36.000 Dollar pro Auto zahlen.

Mit Material von Dow Jones Newswires