USA,US-Wahl,Trump,Donald,Präsident,Wirtschaft,Folgen

Das DIW erwartet nach der US-Wahl kurzfristig Turbulenzen, sieht langfristig aber keine gravierenden Probleme für die deutsche WIrtschaft. - Bild: Pixabay

Wir werden natürlich in den ersten Tagen - wir sehen ja bereits jetzt an den Finanzmärkten große Verwerfungen, Aktienmärkte weltweit schießen erst einmal durch den Boden - kurzfristig Finanzmarktverwerfungen haben", sagte Fratzscher Dow Jones Newswires. Wenn er jedoch auf die längere Sicht gehe, "dann bin ich eigentlich wieder etwas entspannter". Er glaube nicht, "dass sich für die deutsche Wirtschaft viel ändern wird", sagte Fratzscher.

Zur Begründung nannte Fratzscher ein "nach wie vor großes Vertrauen in das amerikanische politische System". Selbst ein republikanischer Kongress werde das, was Trump angekündigt habe, nicht umsetzen." Trump könne ohne den Kongress nicht aus der WTO austreten, er könne auch keine Mauer zu Mexiko bauen, "er wird die meisten Dinge, die er angekündigt hat, nicht machen können". Er sei "optimistisch, dass der Schaden langfristig bei weitem nicht so hoch sein wird wie jetzt befürchtet", erklärte der DIW-Chef.

Der Amerika-Kenner Fratzscher, er studierte unter anderem in Harvard, zeigte sich darüber hinaus überrascht vom Verlauf der US-Wahl. "Ich war mir absolut sicher, dass Clinton mit einer großen Mehrheit gewinnen würde", sagte er. "Einfach deswegen, weil ich nicht glauben kann, dass die Amerikaner so etwas tun, dass sie sich selber so schaden." Die Anzahl der von Trump gewonnenen Staaten sei ja weitaus höher als die von Clinton, erklärte Fratzscher. "Da fragt man sich, ob die Amerikaner wissen, was sie sich und der Welt antun."

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung nahm am Mittwochmorgen beim Stand von 264 Wahlmännerstimmen für Donald Trump und 215 Stimmen für Hilary Clinton Stellung, also noch vor dem endgültigen Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl.