Spatenstich neues Daimler-Werk South Carolina

Spatenstich für das neue Sprinter-Werk. Von links nach rechts: Michael Balke, Leiter Mercedes-Benz Vans, LLC und Produktionsleiter des Werks, Nikki Haley, Gouverneurin von South Carolina, Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans, und Frank Klein, Leiter Operations Mercedes-Benz Vans. Bild: Daimler

Das neue Werk stellt laut Angaben von Daimler eigentlich eine Erweiterung des bereits bestehenden Montagestandorts für Transporter dar. Denn seit 2006 montiert das Unternehmen in North Charleston sogenannte SKD-Bausätze importierter Sprinter und seit 2015 auch Bausätze importierter Vitos. Dieses aufwändige Verfahren ist notwendig, um die hohen Importzölle in den USA zu umgehen.

So wurden bis dato in Deutschland gebaute Sprinter wieder teilzerlegt und die Komponenten in die Vereinigten Staaten verschifft. Dort mussten die US-Werker sie wieder zusammenbauen. Ein klarer Wettbewerbsnachteil, wie Daimler selbst erklärte. Mit dem neuen Voll-Werk (Rohbau, Lackieranlage, Endmontage) will Mercedes-Benz Vans künftig die wachsende Nachfrage der nordamerikanischen Kunden deutlich wirtschaftlicher bedienen. Der Autobauer geht davon aus, die Lieferzeiten auf diesem Markt deutlich reduzieren zu können.

1.300 neue Jobs enstehen

Infolge des Invests entstehen 1.300 neue Arbeitsplätze in North Charleston direkt bei Daimler. 400 weitere kommen Schätzungen zufolge bei Zulieferern dazu. Michael Balke, Produktionsleiter des Werks, erklärt: "Wir haben bereits mit der Einstellung und Schulung eines Kernteams in der Verwaltung begonnen. Außerdem haben wir bereits die ersten technischen Fachkräfte zu uns geholt." Bewerbungen für Positionen in der Produktion nimmt das Unternehmen jedoch erst ab Mitte 2017 entgegen. Um einen reibungslosen Produktionsanlauf zu gewähren, werde die Belegschaft umfangreiche technische Trainings absolvieren.

Mercedes-Benz Vans will in North Charleston seine innovativsten Produktionstechnologien zum Einsatz bringen. Der Fokus liege dabei insbesondere auf der Konnektivität sowie der digitalen Kommunikation im Fertigungsbereich. Dieser umfasst eine Fläche von 105.000 Quadratmetern. Zum Vergleich: Das alte Montagewerk hat lediglich eine Größe von 38.000 Quadratmetern. Das neue Daimler-Werk wird somit zu einem der größten industriellen Arbeitgeber in der Region. Ebenfalls in South Carolina, rund 200 Meilen entfernt, befindet sich übrigens das BMW-Werk Spartanburg. Dort produziert der Münchner Premiumhersteller die Modelle X3, X4, X5 und X6.

Das globale Sprinter-Produktionsnetzwerk

Mercedes fertigt den Sprinter dank dem neuen Werk künftig an sechs Standorten auf der ganzen Welt. Neben zukünftig North Charleston läuft das Modell in Deutschland im Leitwerk Düsseldorf sowie im brandenburgischen Ludwigsfelde vom Band.

Darüber hinaus produziert Daimler den Sprinter außerdem auch in Buenos Aires und im Rahmen des Joint Ventures Fujian Benz Automotive im chinesischen Fuzhou. Zudem läuft der Mercedes Sprinter Classic in Auftragsfertigung beim russischen Daimler-Partner GAZ in Nizhny Nowgorod  vom Band.

Wann im neuen Werk der Start-of-Production erfolgt, wollte Daimler auf Anfrage von "Produktion" noch nicht ankündigen. Klar ist, dass Daimler in North Charleston nicht das aktuelle Sprinter-Modell, sondern erst die kommende Generation produzieren wird.