Chemie

"Die Verknüpfung von digitalen Dienstleistungen mit Produkten der Chemie- und Pharmaindustrie ist der Schlüssel für zusätzliche Wertschöpfung" - Bild: Pixabay

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) zum Thema Chemie 4.0.

Daten würden auch für die Chemieindustrie zunehmend zu einem Rohstoff, sagte VCI-Präsident Kurt Bock. Sie ließen sich etwa für die vorausschauende Wartung von Anlagen und damit für die Verbesserung der Effizienz in der Produktion oder auch für fortgeschrittene Simulationen in Forschung und Entwicklung einsetzen.

Geschlossene Stoffkreisläufe werden an Bedeutung gewinnen

"Die Verknüpfung von digitalen Dienstleistungen mit Produkten der Chemie- und Pharmaindustrie ist der Schlüssel für zusätzliche Wertschöpfung", sagte Bock. Als ein Beispiel nannte er die digitalisierte Landwirtschaft, bei der datenbasierten Lösungen einen präziseren Einsatz von Düngemitteln oder Pestiziden erlauben. Auch bei den Mittelständlern sei die Entwicklung angekommen.

Zunehmend an Bedeutung dürften in den nächsten Jahren geschlossene Stoffkreisläufe spielen. Hier gehe es um mehr als klassisches Rohstoffrecycling: Verstärkt werde es um die Ressourceneffizienz bei Kunden gehen. Das habe auch Einfluss auf das Geschäftsmodell, sagte VCI-Geschäftsführer Utz Tillmann. Künftig kaufe ein Kunde womöglich nicht mehr einfach eine Chemikalie, sondern den effizienten Einsatz derselben als Dienstleistungspaket.

VCI-Präsident Bock, der zugleich auch Chef des Chemieriesen BASF ist, warnte allerdings vor überzogenen Erwartungen an die zirkuläre Wirtschaft. Beim viel diskutierten Verfahren Power to Gas, bei dem überschüssiger Strom aus regenerativen Quellen genutzt wird, um daraus Gas zu erzeugen, sei noch kein wirtschaftlicher Durchbruch absehbar. Im Pilotmaßstab sei das möglich, für einen Massenmarkt handele es sich aber noch um Zukunftsmusik.

Gegenwärtig seien die Kosten noch um den Faktor 5 bis 8 zu hoch, um Power to Gas wirtschaftlich zu machen, sagte VCI-Geschäftsführer Tillmann. Wollte man die in Deutschland produzierten chemischen Grundstoffe auf diese Weise herstellen, benötige man soviel Strom wie das Land insgesamt verbrauche.