Der VDMA bestätigte seine Prognosen für die Maschinenproduktion: 6 % Wachstum in diesem Jahr, 8 % im Jahr 2011.

FRANKFURT (DJ/gk). Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat seine Prognosen für den Maschinenbau im laufenden und kommenden Jahr bestätigt, sieht die Branche aber gleichwohl vor der Herausforderung, in Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise Strategieänderungen herbeizuführen. “Für uns gibt es kein simples weiter so”, sagte VDMA-Präsident Thomas Lindner am Montag in Frankfurt.

Lindner zufolge rechnet der VDMA damit, dass die Maschinenproduktion 2010 um 6% und 2011 um 8% zulegen wird. “Ich sehe keinen Anlass, diese Prognose in Frage zu stellen”, sagte er. Zugleich warnte der VDMA-Chef vor übertriebenem Optimismus. “Bei aller Zuversicht sind diese Prognosen mit einer gewissen Unsicherheit versehen, die Zukunft ist mit Sicherheit unsicher”, sagte er.

Lindner verwies darauf, dass die jüngsten Zahlen zum Auftragseingang ein nachlassendes Tempo, “vielleicht sogar eine Atempause bei der Aufholjagd” signalisierten. VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers sagte, dass der Verband für das laufende Jahr mit 300 Insolvenzen in der Branche rechne.

Einer Umfrage unter 492 Mitgliedsunternehmen zufolge “wollen und müssen” die Unternehmen flexibler werden und ihre Fixkosten weiter reduzieren. Sie müssten schneller auf Marktschwankungen reagieren können, zumal die Zyklen im Maschinenbau kürzer und heftiger werden dürften. Dabei setzten die Unternehmen vor allem auf neue, ertragstarke Produkte, Prozessverbesserungen und auf den Aufbau finanzieller Reserven.

“Viele Unternehmen haben in der zurückliegenden Krise äußerste negative Erfahrungen mit den Banken gemacht”, sagte der VDMA-Präsident. Deshalb strebten sie danach, sich von den Banken unabhängiger zu machen. “Liquidität ist am Ende das Wichtigste, um in der Krise zu überleben. Diese Erkenntnis wird in dieser Unternehmergeneration nachhaltig erhalten bleiben”, so Lindner.

Er verwies darauf, dass sich die Banken in der Krise vielfach einfach mehr Zeit als früher für die Bearbeitung einer Kreditanfrage genommen hätten. Darauf seien manche Unternehmen nicht vorbereitet gewesen. “Früher fiel die Entscheidung in der Filiale, heute in Frankfurt”, sagte der VDMA-Präsident. Lindner zufolge ist der deutsche Maschinenbau im Ergebnis der Krise zumindest prinzipiell offener für die Beteiligung von Finanzinvestoren geworden.

Karl Lichtblau von dem mit der Anfertigung der Studie beauftragten Institut IW Köln Consult verwies darauf, dass unter den befragten Unternehmen zwei Drittel der kleineren und drei Viertel der großen ihre Auslandsumsätze bis 2015 ausbauen wollten. “Gerade die größeren Unternehmen wollen auch die Auslandsproduktion verstärken und mehr Mitarbeiter im Ausland beschäftigen”, sagte er.

Die aktuell dominierende Exportstrategie werde zunehmend durch den Aufbau ganzer Wertschöpfungsketten im Ausland ergänzt. “40% der größeren Maschinenbauunternehmen erwarten, dass in fünf Jahren ihr Hauptkonkurrent aus den BRIC-Staaten kommt. Heute sind es 20%”, sagte Lichtblau unter Verweis auf Brasilien, Russland, Indien und China.

Darüber hinaus wollen der Studie zufolge zwei Drittel der größeren und rund die Hälfte der kleineren Maschinenbauunternehmen ihre Investitionsaufwendungen erhöhen. Zudem glauben 70% der größeren Unternehmen, dass Dienstleistungen in Zukunft noch wichtiger werden würden, schon biete nur noch ein Fünftel von ihnen reine Industrieprodukte an.