Klaus Jäger, Vorsitzender des Arbeitskreises Lineartechnik im VDMA und Geschäftsführer der

Klaus Jäger, Vorsitzender des Arbeitskreises Lineartechnik im VDMA und Geschäftsführer der ATLANTA Antriebssysteme.

FRANKFURT A.M. (pd). “Das 1. Quartal im Jahr 2010 hat eine starke Trendwende im Auftragseingang gebracht. Unsere Unternehmen durchlaufen momentan eine eher V-förmige Konjunkturentwicklung”, erklärte Klaus Jäger, Vorsitzender des Arbeitskreises Lineartechnik im VDMA. “Die Situation wird noch nicht als solider Wachstumstrend gewertet. Energie- und umweltbezogene Kundengruppen sorgen jedoch dafür, dass unsere Lineartechniker momentan positiver in die Zukunft blicken”, erläuterte der  Geschäftsführer der ATLANTA Antriebssysteme, Bietigheim-Bissingen, anlässlich der Sitzung des Arbeitskreises Lineartechnik. Der Arbeitskreis Lineartechnik hat daher seine Prognose für 2010 auf 15 Prozent angehoben.

Energie- und Umwelt – Toptreiber

Die Krise wurde von der Branche als Chance genutzt, Strukturen und Produktionsabläufe durch kreative Ideen und konsequentes Umsetzen weiter zu verbessern. Die Lineartechnik hat so optimale Vorausetzungen, die Märkte und Themen der Zukunft wesentlich mit zu gestalten und zu prägen. Die zukunftsweisenden Lösungsansätze kommen insbesondere aus den Bereichen der regenerativen Energiesysteme und Umwelt-technik, aber auch aus Medizintechnik, Schienenverkehrstechnik oder der Luft- und Raumfahrttechnik. Auch das Themenfeld „Elektromobilität“ und die daraus resultierenden Lösungsansätze für Fahrzeuge und mobile Arbeitsmaschinen bzw. die Synergien von Maschinenbau und Automobilindustrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette bieten neue Anwendungsfelder.

Angepasstes Kapazitätsniveau erzeugt Lieferschwierigkeiten

Die notwendigen Kapazitätsanpassungen in den Unternehmen während der Krise führten zu Lieferschwierigkeiten entlang der Wertschöpfungs-kette, speziell bei den Vorlieferanten. „Die Materialpreisentwicklung und die erwarteten kurzfristigen Lieferzeiten stellen ein nicht zu unter-schätzendes Problem für die Branche da“, erklärte Jäger.

Die Branche verbuchte in 2009 durchschnittlich einen Produktionsrückgang um ca. 30 Prozent. Auf Grund der aktuellen Entwicklung sind die Marktteilnehmer sehr optimistisch, einen Teil des dramatischen Rückgangs in 2010 zu kompensieren.

Deutsche Lineartechnik ist gut aufgestellt

Im internationalen Vergleich ist die deutsche Lineartechnik dank ihrer Innovationskraft und ihrer strukturellen Stärke hervorragend aufgestellt. Branchen, wie die Medizintechnik und Halbleitertechnik, lassen vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken.

Forschung und Innovation sind weiterhin der Schlüssel zum Erfolg

„Zu den wichtigen strategischen Wettbewerbsfaktoren unserer Unternehmen zählen – neben neuen innovativen Lösungen für unsere Kunden – die Ausbildung der weltweit besten Ingenieure und Facharbeiter“, so Jäger.

Der Arbeitskreis fordert steuerliche Forschungsförderung ein

Das bis dato zentrale Projekt der neuen Bundesregierung, das “Wachstumsbeschleunigungsgesetz”, habe die Standortqualität verbessert. Die Korrekturen bei der Unternehmens- und der Erbschaftssteuer seien richtig und dringend notwendig gewesen. „Der Innovationsstandort ist jedoch ebenfalls im globalen Wettbewerb“, betonte Jäger. „Die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung ist deshalb dringend geboten und steht noch aus, obwohl es in den Programmen von CDU/CSU und FDP angekündigt wurde. Den Worten müssen Taten folgen“, forderte Jäger.