VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann fordert von den Verantwortlichen in Brüssel und Berlin,

VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann fordert von den Verantwortlichen in Brüssel und Berlin, dass die Stabilität des Euro oberste Priorität bei ihren Entscheidungen haben muss. - Bild: VDMA

Mit einem Exportvolumen von 360 Millionen Euro 2014 liegt Griechenland lediglich auf Rang 54 der wichtigsten Exportmärkte des deutschen Maschinenbaus. Deshalb seien die Auswirkungen eines Grexits laut VDMA überschaubar.

Nach fünf Jahren Krise in Griechenland muss nach Meinung des VDMA endlich eine dauerhafte Lösung gefunden werden. Der VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann fordert von den Verantwortlichen in Brüssel und Berlin, dass die Stabilität des Euro oberste Priorität bei ihren Entscheidungen haben muss.

Aus reiner Marktsicht wären die Auswirkungen eines Austritts Griechenlands aus dem Euro für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau laut VDMA überschaubar. Mit einem Exportvolumen von 360 Millionen Euro 2014 liegt Griechenland lediglich auf Rang 54 der wichtigsten Exportmärkte des deutschen Maschinenbaus.

Deutschland ist zweitwichtigster Maschinenlieferant Griechenlands

Die deutschen Maschinenlieferungen liegen nach wie vor deutlich unter den Liefervolumina von 2008 (680 Mio Euro), wobei sich gerade in den vergangenen beiden Jahren ein deutlicher Aufwärtstrend abgezeichnet hatte. 2013 stiegen die deutschen Maschinenlieferungen nach Griechenland um fast 30 Prozent, im vergangenen Jahr wurde eine Steigerung um fast 17 Prozent erreicht. Im ersten Quartal 2015 setzte sich der positive Trend mit einem Zuwachs von 8,5 Prozent fort.

Deutschland ist der zweitwichtigste Maschinenlieferant Griechenlands mit fast 22 Prozent hinter Italien (23 Prozent). Die größten Lieferanteile deutscher Maschinenlieferungen nach Griechenland kamen im Jahr 2014 aus den Bereichen Landtechnik (10 Prozent), Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen (9,9 Prozent), Hütten- und Walzwerkseinrichtungen (9,1 Prozent), Verfahrungstechnische Maschinen und Apparate (6,1 Prozent) sowie Antriebstechnik (5,8 Prozent).

Ein wichtiger Markt ist Griechenland für die deutsche Schiffbau-Zulieferindustrie, da griechische Reeder – trotz der Krise im eigenen Land – nach wie vor zu den größten Auftraggebern weltweit zählen. Da die Konten der griechischen Reeder überwiegend im Ausland liegen, würde sich ein Grexit hierauf kaum auswirken.

Gunnar Knüpffer