Thilo Brodtmann

"Das geplante Investitionsabkommen zwischen der EU und China ist daher längst überfällig", sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. - Bild: VDMA

In Zeiten von wachsendem Protektionismus hat das Exportland China laut VDMA die Chance, durch Abbau von Handelshemmnissen ein deutliches Zeichen für Freihandel zu setzen. Allerdings erfordere das zwingend einen besseren Zugang zum chinesischen Markt für europäische Investoren.

Zum Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang am 1. und 2. Juni in Brüssel fordert der VDMA den baldigen Abschluss des Investitionsabkommens zwischen der EU und China. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit erfordert Chancengleichheit für beide Seiten.

„China muss den Worten über freien Handel und eine engere Partnerschaft mit Europa nun auch Taten folgen lassen“, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Derzeit profitieren chinesische Investoren vom offenen Zugang in Europa, ohne dass europäischen Unternehmen in China die gleichen Chancen eingeräumt werden. Das geplante Investitionsabkommen zwischen der EU und China ist daher längst überfällig."

Andernfalls sollten sich die europäischen Staaten laut Brodtmann vorbehalten, Investitionen aus dem Ausland grundsätzlich kritischer zu prüfen. Fairer Wettbewerb bedeute auch gleiche Bedingungen für chinesische und europäische Investoren. "Konkret fordern europäische Unternehmen breitere Marktzugangsrechte und die Aufhebung der Negativliste von Sektoren, in denen der Zugang für Investitionen aus dem Ausland in China beschränkt sind", so der Hauptgeschäftsführer des VDMA

Marktverzerrende Maßnahmen beenden

Der VDMA spricht sich grundsätzlich gegen die Abschottung Europas vor chinesischen Investoren aus. Ausländische Investitionen sind gut für den Standort Europa, das gelte auch für Investitionen aus China. Aber China sei aufgrund seiner politisch beeinflussten Wirtschafts- und Investitionspolitik kein Investor wie jeder andere. Wenn das Land ein glaubhafter Partner für Freihandel in der WTO sein möchte, müssten marktverzerrende Maßnahmen rasch beendet werden.

Schon jetzt pflegen deutsche Maschinenbauer sehr enge Handelsbeziehungen nach China, so der Verband. Im vergangenen Jahr war China der zweitgrößte Auslandsmarkt für den Maschinenbau mit einem Exportvolumen von 14,6 Milliarden Euro, hinter den USA (16,3 Milliarden Euro).

Umgekehrt stand China 2016 auch bei den deutschen Maschinenimporten auf Rang zwei mit einem Importvolumen von 5,6 Milliarden Euro hinter Spitzenreiter Italien (5,8 Milliarden Euro). Darüber hinaus ist China für die deutsche Maschinenbauindustrie auch der zweitwichtigste Investitionsstandort weltweit, im Jahr 2015 betrug der Bestand der Direktinvestitionen in China bereits 5,7 Milliarden Euro.

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