DÜSSELDORF (Dow Jones/Wirtschaftswoche/rm). „Das sind harte Verhandlungen”, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG Rüdiger Grube in einem Interview, das die “Wirtschaftswoche” (WiWo) vorab veröffentlicht. „Ich mache auch kein Hehl daraus, dass ich mit dem Angebot zurzeit nicht zufrieden bin. Wir haben die Zielkosten noch nicht erreicht. Die Vorstellungen von uns und Siemens liegen noch weit auseinander”, zitiert das Blatt Grube.

Die Deutsche Bahn will 300 Intercity- und später ICE-Züge der ersten und zweiten Generation von 2015 an sukzessive durch neue Züge ersetzen. Allein der Austausch der zum Teil 30 bis 40 Jahre alten Intercity-Züge dürfte vier bis fünf Milliarden Euro kosten. In den Verhandlungen mit Siemens poche die Deutsche Bahn nach Informationen aus dem Unternehmen auf einen Preis von 30 000 Euro pro Sitzplatz. Siemens liege mit den eigenen Preisvorstellungen derzeit offenbar weit darüber, berichtet die Wochenzeitung.

Ursprünglich habe die Deutsche Bahn Mitte des Jahres einen Vertrag unterzeichnen wollen. Der Staatskonzern verhandele derzeit exklusiv mit Siemens. Ein Scheitern der Verhandlungen habe Grube nicht ausgeschlossen. Auf die Frage, ob ein Abbruch der Gespräche möglich sei, habe der Grube gesagt: „Sorgfalt und Kostenbewusstsein hat Vorrang vor Schnelligkeit. Warten wir es ab.”