MÜNCHEN (Dow Jones/rm). „Die Chancen stehen 70 zu 30, dass es dazu kommt”, sagte VW-Konzernchef Martin Winterkorn im Gespräch mit der “Automobilwoche”. Das Risiko liege bei 30%, dass die Fusion nicht wie geplant stattfinden kann. VW und Porsche arbeiteten dennoch mit Hochdruck an der Umsetzung der Grundlagenvereinbarung zur Schaffung eines „integrierten Automobilkonzerns”, sagte Winterkorn.

Neben Unklarheiten bei den steuerlichen Rahmenbedingungen der möglichen Verschmelzung von VW und Porsche steht eine abschließende Bewertung drohender Schadenersatzklagen noch aus. US-Hedge-Fonds legen Porsche und der Führung um Ex-CEO Wendelin Wiedeking Falschinformation zur Last. In Deutschland haben Fondsgesellschaften schon Ansprüche auf Schadenersatz angemeldet, weil Porsche seine Übernahmepläne für VW nicht offengelegt habe. „Unsere Juristen sind mit intensiven Prüfungen befasst”, sagte Winterkorn der “Automobilwoche”.

Zudem steht die Verschmelzung unter Zeitdruck. Nach Winterkorns Worten müsste sie neu verhandelt werden, wenn die Grundlagenvereinbarung nicht spätestens Ende 2011 in die Tat umgesetzt wird. Wenn die Fusion gar nicht zustande kommt, würde VW, derzeit mit 49,9% am Sportwagenbauer Porsche beteiligt, dessen operatives Geschäft komplett erwerben. Dieser Schritt, heißt es in VW-Kreisen, würde spätestens 2014 erfolgen. Winterkorn betonte: „Porsche wird im Konzernverbund eine wichtige Rolle spielen”.