Deutschlands größter Stahlhersteller ThyssenKrupp befürchtet eine monatliche Preisfestsetzung bei Rohstoffen für die Stahlproduktion. “Ich habe mit Grauen davon gehört”, sagte der für den europäischen Stahlvertrieb zuständige Jost Massenberg auf einer Branchenkonferenz.

DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Aus Asien wurde vor kurzem berichtet, dass der Minenbetreiber BHP Billiton die Preise für Kokskohle monatlich festsetzen will. “Hoffentlich ist das nur ein Gerücht”, ergänzte Massenberg. “Es übersteigt meine Vorstellungskraft, wie wir mit einem solchen Schwachsinn umgehen würden”, antwortete der Manager auf die Frage, wie die in Duisburg und Essen ansässige ThyssenKrupp AG einem solchen Ansinnen begegnen würde. Aktuell sei sein Unternehmen damit aber noch nicht konfrontiert.

Im vergangenen Jahr hatten die Minenkonzerne die Stahlhersteller nach der jahrzehntelangen Praxis von Jahresverträgen für Eisenerz und Kokskohle zur Umstellung auf Quartalsverträge gezwungen. Schon das hatte in der Stahlbranche für Unruhe gesorgt, da diese ihrerseits ihre Kunden häufig mit Jahresverträgen versorgt. ThyssenKrupp beliefert die Kunden nun zeitlich flexibler, was die Planbarkeit der Erträge beschränkt.