Demonstration of manned-unmanned teaming for future air combat system

Drohnen im Formationsflug: Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat am Donnerstag an der Ostseeküste die Begleitung von Kampfflugzeugen durch unbemanntes Fluggerät getestet. Die Drohnen sollen später die Besatzung der Flugzeuge unterstützen, indem sie aufklären, gegnerisches Radar und Kommunikation stören und auch selber Ziele bekämpfen - vorausgesetzt sie werden bewaffnet, was möglich ist, aber politisch auch umstritten sein könnte. Noch handelt es sich bei dem Test um militärische Forschung.

"Dies war der erste reale Test in Europa, der operative Anwendbarkeiten von solchen Drohnen-Schwärmen für die Luftwaffe demonstrierte - und es ist super gelaufen, ein voller Erfolg", sagte der Projektleiter der aufwendige Demonstration, der Luft- und Raumfahrtingenieur Thomas Gottmann. Vorteile: Man braucht weniger Piloten, sie werden besser geschützt, die Effizienz von Einsätzen steigt. Nachteil: Die große Komplexität des Systems. Später sollen sogar mehrere Drohnen-Schwärme mit je einem Jet vernetzt agieren können.

Militärs der Bundeswehr, aus Frankreich und Spanien waren Gäste der Leistungsschau von Airbus Defence and Space, dem militärischen Zweig des Flugzeugbauers. Die Militärs zeigten sich beeindruckt von den Optionen, die zunächst per Powerpoint-Präsentation dargelegt wurden.

Kurz vor 16.00 Uhr hob auf dem Militärflugplatz Hohn bei Rendsburg ein Learjet ab, vollgepackt mit Elektronik und mit einem kompletten Cockpit eines Tornado-Kampfflugzeugs ausgestattet. Etwa 70 Kilometer entfernt starteten auf dem Truppenübungsplatz Todendorf direkt an der Ostsee im Kreis Ostholstein einige Minuten später von Katapulten aus eine Video-Drohne für die Dokumentation und fünf Einsatzdrohnen.

Drohnen fliegen bis zu 360 km/h schnell

Diese sind etwa drei Meter lang, haben eine Spannweite von etwa 3,50 Metern und wiegen 150 Kilogramm. Sie fliegen 360 km/h schnell. Künftige Drohnen werden fast Überschall fliegen können. Und die Drohnen sollen bis zu zwei Tonnen schwer sein können und dann auch von Schiffen starten oder von Begleitflugzeugen ausgesetzt werden.

Wegen der grauen Wolkendecke ist am Himmel praktisch nichts zu sehen von dem Szenario über der Ostsee. Der Flug- und Schiffsverkehr ist in dem Seegebiet, das die Bundeswehr sonst für Schießübungen nutzt, gesperrt.

Auf den Bildschirmen ist als Computerdarstellung zu sehen, wie die zuvor angekündigten Demonstrationen gelingen: Dass sich die Drohnen zu einer "Mission Group" sammeln. Dann bilden die fünf Drohnen einen Formationsflug. Schließlich geht es darum, Bedrohungen am Boden genauer zu erkennen. Und es wird simuliert, dass eine Drohne abgeschossen wird und eine andere Drohne deren Aufgaben übernimmt. Alle Drohnen landen an orangen Fallschirmen auf dem Truppenübungsplatz, der Learjet fliegt zurück nach Holm.

Airbus, Drohne
Airbus-Drohne auf einem Katapult. - Bild: Airbus

"Wir erforschen die Einsatzmöglichkeiten von unbemannten Drohnen für eine moderne Luftkampfstrategie der Zukunft", erläuterte Florian Taitsch, Sprecher von Airbus Defence and Space. Die amerikanischen Streitkräfte seien in diesem Bereich bereits recht weit, aber auch Chinesen und Russen dürften entsprechend forschen. Ingenieure bei Airbus arbeiten seit 18 Jahren an Drohnen.

Drohnen-Begleitsystem ab 2025?

Bis zum Jahr 2025 dürfte Airbus ein Drohnen-Begleitsystem für Kampfflugzeuge entwickelt haben, sagte Taisch. Dies könnte dann auch eine Option sein für ein neues europäisches Kampfflugzeug. Die Flugzeugbauer Airbus und Dassault haben dazu eine deutsch-französische Kooperation vereinbart. "Wir wollen strategische Autonomie für Europa", sagte Dassault-Chef Eric Trappier im April auf der Luftfahrtausstellung ILA in Berlin.

Erwartet wird, dass die Bundeswehr ihre Tornados 2025 außer Dienst stellt. Ungeklärt ist, ob zusätzliche Eurofighter seine Funktionen übernehmen oder ob ein amerikanisches Flugzeug gekauft wird. Die Drohnen-Schwärme könnten aber bereits Verwendung finden, wenn dies von den Militärs gewollt werde, sagte Taisch.

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen im Bundestag hatten Union und SPD erst im Juni den Weg frei gemacht für die Beschaffung von Kampfdrohnen. Die Abgeordneten des Haushaltsausschusses beschlossen die Anmietung israelischer Kampfdrohnen des Typs "Heron TP" für fast eine Milliarde Euro. Damit erhält die Luftwaffe erstmals unbemannte Flugzeuge, die auch Waffen tragen können. Über die Bewaffnung selbst soll nach Verabredung im Koalitionsvertrag aber erst "nach ausführlicher völkerrechtlicher, verfassungsrechtlicher und ethischer Würdigung" gesondert entschieden werden.

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