Sigmar Gabriel Matthias Wissmann IAA

Vizekanzler Sigmar Gabriel (li.) hat sich für den Erhalt des Dieselmotors ausgesprochen und sich hinter die Autobranche gestellt. - Bild: IAA

"Wir müssen aufhören, über die Probleme des Diesels von gestern zu reden", sagte Gabriel auf der IAA in Frankfurt. Zwar müssten Probleme grundsätzlich hinterfragt werden. "Wir dürfen (aber) nicht der falschen Debatte hinterherlaufen."

Grundsätzlich müsse die Bedeutung der Autobranche von der Politik gestärkt werden, forderte der Außenminister. Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland hänge direkt oder indirekt an der Automobilbranche in Deutschland. "Wir müssen einem Nokia-Moment zuvor kommen", warnte Gabriel. Der finnische Hersteller war Marktführer im Mobiltelefongeschäft, wurde aber von Apple und anderen Herstellern, die innovativer waren, vor einigen Jahren schon überholt.

In diesem Zusammenhang verwies der Vizekanzler auch auf den Elektropionier Tesla. "Da macht sich jemand auf den Weg uns anzugreifen", so Gabriel. Allerdings habe das US-Unternehmen Milliarden an Subventionen erhalten. Das wäre in Deutschland "undenkbar".

Elektromobilität: Gabriel fordert starkes Engagement der Autobranche

Mit Blick auf den beschleunigten Wandel zur Elektromobilität forderte der Vizekanzler ein starkes Engagement der Autobranche, auch mit Blick auf eine mögliche Zellfertigung in Deutschland. Die Wertschöpfung der Batterie am Elektroauto, so Gabriel, liege bei rund 40 Prozent.

Elektromobilität und der Dieselantrieb sind neben dem autonomen Fahren und Vernetzung die Hauptthemen auf der IAA. Vom Diesel wenden sich angesichts drohender Fahrverbote in Deutschland immer mehr Kunden ab. Die deutsche Autobranche will mit Software-Updates, die relativ zeitnah die Stickoxidbelastung von Diesel-Fahrzeugen senken sollen, Fahrverbote abwenden. Umfassendere und mit höheren Kosten verbundene Hardware-Nachrüstungen lehnt die Branche ab.