Voestalpine Kapfenberg

So soll das neue Edelstahlwerk von Voestalpine in Kapfenberg aussehen. - Bild: Voestalpine

Nach mehr als zweijähriger Planungsphase hat Voestalpine die finale Standortentscheidung getroffen: Das nach Konzernangaben modernste Edelstahlwerk der Welt zur Belieferung anspruchsvollster Kundensegmente wird mit einem Investitionsaufwand von 330 bis 350 Millionen Euro in Kapfenberg (Österreich) entstehen und ersetzt damit ab 2021 die bestehende Anlage. 

Mit dieser Großinvestition, die die Basis für die Erhaltung von rund 3.000 Arbeitsplätzen in der Steiermark ist, setzt die High Performance Metals Division des Voestalpine-Konzerns laut Mitteilung einen technologischen Meilenstein in der Herstellung zukunftsweisender Hochleistungsstähle für die internationale Luftfahrt-, Automobil- sowie Öl- & Gasindustrie.

Noch Ende 2017 soll mit den baulichen Vorbereitungen für das 330- bis 350-Millionen-Euro-Investment direkt neben dem bisherigen Werksgelände begonnen werden. Der Spatenstich erfolgt laut Konzern 2018, nach dreijähriger Bauzeit soll die neue High-Tech-Anlage 2021 den Betrieb aufnehmen und damit das derzeitige Böhler-Edelstahlwerk in Kapfenberg ablösen.

Mit ausschlaggebend für die Standortentscheidung zugunsten Kapfenbergs waren letztlich auch das hervorragende Forschungsumfeld im Bereich der Metallurgie, die vorhandene Infrastruktur sowie die Nähe zu wichtigen Kunden, so das Unternehmen.

Volldigitalisierte Produktionsabläufe

Das High-Tech-Werk ermögliche die vollautomatisierte Herstellung von Werkzeug- und Spezialstählen für anspruchsvollste Anwendungen. Diese kämen als Ausgangswerkstoff etwa für die Weiterverarbeitung zu höchstbelastbaren und gewichtssparenden Flugzeugteilen, widerstandsfähigsten Werkzeugen für die Automobilindustrie, Equipment für die anspruchsvolle Öl- und Gasexploration oder für die Fertigung von Komponenten im 3D-Druckverfahren zum Einsatz.

Während des Baus werden zusätzlich bis zu 1.000 Arbeitskräfte Beschäftigung finden, so das Unternehmen.

Umweltbenchmark – 100 Prozent erneuerbare Energie

Auch bei Umwelt- und Energieeffizienz wird die neue Anlage laut Voestalpine die weltweite Benchmark darstellen. Geschlossene Kühlwasserkreisläufe sowie effiziente Wärmerückgewinnungs- und Entstaubungssysteme sorgten für den schonenden Umgang mit Ressourcen bzw. die Minimierung von Emissionen. Das Herzstück der Anlage sei ein Elektrolichtbogenofen, der auf Basis von elektrischem Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen hochreinen Schrott und Legierungen zu flüssigem Material erschmilzt. Die Produktionskapazität liege bei rund 205.000 Tonnen Hochleistungsstählen pro Jahr.

Voestalpine

Video: So soll das neue Voestalpine-Werk in Kapfenberg aussehen: