Hubert Lienhard

Hubert Lienhard: "Unser Einstieg bei Kuka hat sich strategisch als ein großer Erfolg erwiesen. Durch die Abgabe der Beteiligung können wir die bislang dort gebundenen Mittel nun flexibel in organisches Wachstum wie auch für attraktive Akquisitionen einsetzen." - Bild: Voith

"Wenn die Entscheidung getroffen ist, macht es keinen Sinn die Sache unnötig hinauszuzögern", sagte Voith-Chef Hubert Lienhard im Interview mit dem Handelsblatt. Die Voith-Eigentümer hatten sich am 1. Juli für den Verkauf entschieden, wie jetzt bekannt wurde. Der chinesische Investor hatte mit einem hohen Übernahmeangebot die Pläne von Voith durchkreuzt, selbst die Kontrolle bei dem Roboterhersteller zu übernehmen.

Das Übernahmeangebot aus China hatte auch in Berlin hohe Wellen geschlagen, weil Midea deutsche Schlüsseltechnologie erwirbt. Auch sorgte die Rolle des Kuka-Chefs Till Reuter für Irritationen, da dieser sich sehr früh positiv zu den Ambitionen der Chinesen geäußerte hatte.

Investment mehr als verdoppelt

Voith nimmt mit dem Verkauf 1,2 Milliarden Euro ein. Vor eineinhalb Jahren hatten die Heidenheimer nur 600 Millionen für das Kuka-Paket bezahlt. Voith-Chef Hubert Lienhard sieht sich deshalb nicht als Verlierer. "Wir haben unser Investment in eineinhalb Jahren in etwa verdoppelt und unsere Gesellschafter wollen die gesamte Summe wieder in den Konzern reinvestieren, das ist doch mehr als ein Grund sich sehr zu freuen", sagte Lienhard.

Die Digitalstrategie des 149 Jahre alten Konzerns sieht Lienhard nicht gefährdet: "Die Beteiligung an Kuka war für unsere Digitalstrategie ein Baustein, aber ganz sicher nicht tragende Säule." Mit dem Geld will er anderweitig auf Einkaufstour gehen. "Wir hatten auch durch den Verkauf von Voith Industrial Services schon eine gut gefüllte Kriegskasse. Die ist jetzt noch voller", betonte Lienhard.