Stephan Weil

Am 22. April wird der Aufsichtsrat des Autokonzerns nach Darstellung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) sowohl über den Jahresabschluss als auch über den Bericht der VW-internen Untersuchung beraten. - Bild: VW

An dem Freitag wird der Aufsichtsrat des Autokonzerns nach Darstellung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) sowohl über den Jahresabschluss als auch über den Bericht der VW-internen Untersuchung beraten. Darüber hinaus stehe für den Tag eine Entscheidung über die Bonuszahlungen des Vorstands auf der Tagesordnung des Kontrollgremiums, sagte Weil am Mittwoch vor dem niedersächsischen Landtag.

Der 22. April dürfte damit neue Hinweise auf die Folgen des Abgasskandals liefern. Bislang ist offen, ob Volkswagen weitere Rückstellungen etwa für die Rückrufe betroffener Autos, Schadensersatzforderungen und Strafen bilden muss. Der Konzern hat im Zusammenhang mit dem Skandal bislang eine Vorsorge im Umfang von 6,7 Milliarden Euro gebildet.

Vor allem in den USA stellen sich die Rückrufe aber komplizierter dar als noch vor wenigen Monaten erwartet. Dort hat sich Volkswagen mit den zuständigen Behörden bislang nicht auf einen Plan für die Umbauten geeinigt. Ein Richter hat den Beteiligten dafür jüngst bis zum 21. April Zeit gegeben.

US-Behörden machen weiter Druck

Das Ergebnis der Verhandlungen in den USA werde für den Volkswagen-Jahresabschluss relevant sein, sagte Weil vor dem Landtag. Ebendeshalb sei die Sitzung des Aufsichtsrats nun für den Folgetag vorgesehen. Beobachter hatten zunächst mit einer früheren Sitzung des Kontrollgremiums gerechnet.

Volkswagen hat in der Vergangenheit nach den Bilanzberatungen des Aufsichtsrats oft unmittelbar Eckdaten des Abschlusses veröffentlicht. Sprecher des Unternehmens waren am Mittwoch zunächst nicht für Fragen nach dem Vorgehen in diesem Jahr zu erreichen.

Offen ist damit bislang auch, ob für den Freitag nächster Woche mit einer Veröffentlichung des VW-internen Berichts über den Abgasskandal zu rechnen ist. Volkswagen hatte Informationen über das von der Kanzlei Jones Day angefertigte Papier jüngst für die zweite Hälfte des Aprils angekündigt.

Kürzungen der Vorstands-Boni

Am 22. April jedenfalls wird der Volkswagen-Aufsichtsrat voraussichtlich auch eine Kürzung der Vorstandsboni für das vergangene Jahr beschließen. Das Kontrollgremium und die Vorstandsmitglieder seien sich "einig, dass angesichts der aktuellen Lage des Unternehmens ein Zeichen auch beim Thema Vorstandsvergütung gesetzt werden muss", heißt es dazu von dem Konzern. Bislang allerdings haben sich die Beteiligten den Angaben zufolge nicht auf ein konkretes Verfahren geeinigt, nach dem die variablen Zahlungen gekürzt werden sollen.