Volkswagen,Ausblick,Umsatz,Marge

Rückenwind verspürte der Volkswagen auch von seiner Kernmarke, bei der die Sanierungsschritte zunehmend greifen. Beim Ausblick für das Gesamtjahr zeigte sich der DAX-Konzern beim Umsatz etwas optimistischer, die Margenprognose wurde bestätigt. - Bild: Pixabay

In den drei Monaten von April bis Ende Juni steigerte VW die Erlöse um knapp 5 Prozent auf 59,67 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um fast 4 Prozent auf 4,55 Milliarden Euro. Nach Steuern verdiente der Konzern mit 3,2 (Vorjahr 1,2) Milliarden Euro deutlich mehr. Im Vorjahr hatten allerdings auch erhebliche Aufwendungen für den Abgasskandal belastet.

Analysten hatten der Volkswagen AG Umsätze von 59,7 Milliarden Euro zugetraut. Beim bereinigten operativen Ergebnis wurde 4,61 Milliarden erwartet.

Operative Marge zwischen sechs und sieben Prozent

Für das Gesamtjahr stellen die Wolfsburger weiterhin eine operative Marge von 6,0 bis 7,0 Prozent in Aussicht. Diverse Analysten hatten erwartet, dass der Konzern die Bandbreite nach einem guten ersten Halbjahr etwas erhöht. Das Umsatzplus sieht VW nun bei über 4 Prozent, bisher wurden lediglich bis zu 4 Prozent erwartet.

Zu den Kartellvorwürfen gab es wie erwartet keine neuen Informationen. VW hatte am Mittwochabend nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrats grundsätzlich Absprachen mit anderen Autoherstellern verteidigt, aber keine Details zu den Spekulationen über mögliche Kartellverstöße genannt.

Analyst geht weiter von VW-Spitzenposition aus

Frank Schwope, Analyst der NordLB, sieht allerdings keine ganz so rosigen zeiten auf den WOlfsburger Konzern zukommen: "Die relativ starken Ergebnisgrößen, die im Rahmen der Markterwartungen liegen, werden vom drohenden Kartell-Skandal
überschattet. Sollten sich die Medienberichte bewahrheiten und Volkswagen als Kartellant verurteilt werden, könnte dem Konzern aus Strafzahlungen, Imageschaden sowie Schadensersatzansprüchen von Kunden und Zulieferern ein Gesamtschaden im einstelligen Milliarden-Bereich entstehen." 

Der Analyst geht aber trotz des vermeintlichen neuen Skandals weiterhin davon aus, dass Volkswagen aufgrund der starken Position in China 2017 mit rund 10,5 Miliionen Fahrzeugen größter Automobil-Hersteller der Welt vor Toyota (10,3 Millionen Einheiten) bleibt. "Aufgrund der gegenwärtigen operativen Stärke bestätigen wir zunächst das Anlageurteil „Kaufen“ für die Volkswagen-Vorzugsaktie."