Matthias Müller Volkswagen

Der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller ist bemüht, die Sorgen um die Zukunft des Automobilkonzerns zu dämpfen. - Bild: VW

Er sehe im Moment "keinen Anlass, über Kurzarbeit auch nur nachzudenken", sagte der Konzernchef darüber hinaus. Weil, der auch Aufsichtsratsmitglied bei Volkswagen ist, berichtete bei dem Besuch in Wolfsburg, die Absatzzahlen des Autoherstellers seien "nach wie vor unauffällig" und stabil.

Unternehmenschef Müller schloss allerdings nicht aus, dass Volkswagen wegen des Skandals um manipulierte Abgaswerte weitere Rückstellungen bilden muss. Kurz nach Bekanntwerden der Manipulationen hatte der Konzern 6,5 Milliarden Euro für Fahrzeugrückrufe beiseitegelegt. Über die Frage, ob weitere Rückstellungen nötig seien, lasse sich nur spekulieren, sagte Müller am Mittwoch. Dies hänge besonders von der weiteren Absatzentwicklung ab. Sollten sich die Verkaufszahlen verschlechtern, werde Volkswagen darauf "kurzfristig reagieren", kündigte er an.

Zum ersten Mal seit seiner Ernennung zum Volkswagen-Chef antwortete Müller bei einer Pressekonferenz auch auf Fragen. Auf eine Journalistenfrage sagte er, er werde sich an "Spekulationen" über den Hergang der Abgasmanipulationen "nicht beteiligen". In der begonnenen Untersuchung würden derzeit "die, die damals involviert waren" befragt. Die Ermittlungen seien kompliziert, sagte Müller. Dies liege auch daran, dass die Vorgänge bis zurück in das Jahr 2005 reichten. Bei der Aufklärung gehe es nicht nur darum, Schuldige zu finden, sagte der Konzernchef darüber hinaus. Die Verantwortlichen wollten auch "aus den Fehlern Schlüsse ziehen".

Der niedersächsische Ministerpräsident Weil stellte sich im Wolfsburger Werk demonstrativ hinter Volkswagen. "Wir wissen, wie ungeheuer leistungsfähig VW ist", sagte er. Das Unternehmen sei eine "Perle der deutschen Industrie". Das Land Niedersachsen stehe deshalb "zu dem Unternehmen und zu seinen Beschäftigten". Dies gelte auch "an anstrengenden Tagen".